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gesundheit Thailand · TH

Klimawandel lässt Schlangenbisse weltweit steigen

Steigende Temperaturen und extreme Wetter treiben Schlangen in menschliche Siedlungen – bis zu 5,4 Mio. Bisse jährlich.

Beat: Klima & Energie · Fachquelle
23. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Grist

Schlangenbisse sind eine der am meisten vernachlässigten Gesundheitskrisen der Welt. Jedes Jahr werden nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zu 5,4 Millionen Menschen von Schlangen gebissen. Bei etwa der Hälfte von ihnen dringt Gift in den Körper ein – eine Vergiftung, die zu Lähmungen, Nierenversagen, Gewebetod und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Rund 138.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen, eine halbe Million erleiden bleibende Behinderungen. Besonders betroffen sind ländliche Regionen in Asien und Afrika, wo viele Menschen keinen schnellen Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Doch die Bedrohung wächst: Der Klimawandel verändert das Verhalten von Schlangen und bringt sie häufiger in Kontakt mit Menschen. Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und heftigere Überschwemmungen zwingen die Tiere, ihre natürlichen Lebensräume zu verlassen. In Thailand etwa verzeichnet das Ramathibodi Poison Center in Bangkok einen deutlichen Anstieg der Anrufe: Waren es vor vier Jahren noch rund 1.000 schlangenbissbezogene Anrufe pro Jahr, sind es heute etwa 1.500. Die meisten betreffen giftige Arten wie Königskobra, Malaiische Krait und Grubenotter. Die Anrufe häufen sich während der Regenzeit, wenn Überschwemmungen die Tiere aus ihren Verstecken treiben.

Auch in anderen Regionen der Welt zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Eine Studie der Emory University in den USA zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Schlangenbisses mit jedem Grad Celsius Temperaturanstieg zunimmt. In Arizona etwa werden Klapperschlangen durch ungewöhnlich warme Temperaturen bereits im März aktiv – Wochen früher als früher. In North Carolina führte ein wärmerer April zu einer überdurchschnittlichen Zahl von Bissen. In Georgia steigen die Krankenhausbesuche wegen Schlangenbissen kontinuierlich an.

Dürren treiben Schlangen in der Nähe von Wasserstellen und in menschliche Siedlungen, während Überschwemmungen sie aus unterirdischen Verstecken spülen. In Städten suchen sie Schutz in Geschäften, Häusern oder der Kanalisation. Gleichzeitig zerstören extreme Wetterereignisse landwirtschaftliche Existenzen und treiben Menschen in die Städte, wo sie in Gebiete ziehen, die zuvor Lebensraum der Schlangen waren. Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Schlangenbisse bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Dazu gehören nationale Aktionspläne, bessere Gegengifte und ein globaler Datenaustausch.

In Thailand arbeiten mehrere Einrichtungen zusammen, um die Versorgung zu verbessern. Die Queen Saovabha Memorial Institute in Bangkok produziert sieben verschiedene Gegengifte und wurde von der WHO für seine Arbeit ausgezeichnet. Das Institut betreibt auch eine Schlangenfarm, die Besuchern zeigt, welche Arten gefährlich sind und wie man sie schützt. Die Eintrittsgelder finanzieren die Forschung mit. Taksa Vasaruchapong, der Leiter des Instituts, wurde selbst dreimal gebissen – einmal von einer Kobra, die seinen Arm dauerhaft schädigte. Dennoch setzt er sich unermüdlich für den Schutz der Tiere ein: „Die meisten Menschen haben Angst und töten sie, selbst wenn sie ungiftig sind.“

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Wusstest du, dass jedes Jahr 138.000 Menschen an Schlangenbissen sterben? Und der Klimawandel macht es schlimmer."

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