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tiere Sierra Leone · SL

Kohlenstofffinanzierung schützt Artenvielfalt im Gola-Regenwald

Studie belegt: REDD+-Projekt in Sierra Leone bewahrt nicht nur CO₂-Speicher, sondern auch das Ökosystem.

27. Mai 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

Im Gola-Regenwald-Nationalpark in Sierra Leone ist es laut. Sehr laut. Der Biologe H.S. Sathya Chandra Sagar hörte bei seiner Ankunft ein vielstimmiges Konzert aus Vogelrufen, Primatenschreien und dem fernen Trommeln von Schimpansen, die mit Fäusten und Stöcken auf Baumwurzeln schlugen, um Kontakt zu Artgenossen aufzunehmen. Dieser Klangteppich war für Sagar, der an der University of Wisconsin-Madison promoviert, ein positives Signal. Er war nach Sierra Leone gereist, um zu untersuchen, ob wirtschaftliche Maßnahmen zum Schutz von Kohlenstoff im Gola-Regenwald auch die Tierwelt bewahren.

Die Ergebnisse seiner Studie, veröffentlicht in Conservation Science and Practice, sind eindeutig: Die Geräuschkulisse des Waldes deutet darauf hin, dass das REDD+-Projekt funktioniert. „Wir sehen, dass Initiativen zur Kohlenstofffinanzierung, wenn sie gut umgesetzt werden, sowohl die Biodiversität über den reinen Lebensraum hinaus als auch die Kohlenstoffmärkte schützen können“, sagt Sagar. Der Gola-Regenwald-Nationalpark ist eines der größten verbliebenen Stücke des tropischen Regenwalds von Oberguinea, der einst rund 700.000 Quadratkilometer Westafrikas bedeckte.

Nach einem Jahrhundert des Bergbaus und der Abholzung sowie einem verheerenden Bürgerkrieg in den 1990er Jahren stellte Sierra Leone 2010 die verbliebenen 700 Quadratkilometer dieses Waldes unter Schutz. 2012 startete das Land das Gola-REDD+-Projekt, ein Rahmenwerk der Vereinten Nationen zur Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung. Die Studie belegt nun, dass dieser Ansatz nicht nur den Kohlenstoff im Wald hält, sondern auch das gesamte Ökosystem stabilisiert.

Die Forscher nutzten akustische Überwachung, um die Aktivität von Tieren zu messen. Die Vielfalt und Intensität der Geräusche – von Vogelgesang bis zu Schimpansen-Trommeln – diente als Indikator für die Gesundheit des Waldes. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tierpopulationen im geschützten Gebiet stabil bleiben oder sogar zunehmen, während in angrenzenden, ungeschützten Regionen die Artenvielfalt zurückgeht. Dies ist ein starkes Argument für die Wirksamkeit von Kohlenstoffmärkten als Instrument des Naturschutzes.

Die Studie liefert konkrete Beweise dafür, dass wirtschaftliche Anreize zum Klimaschutz auch der Biodiversität zugutekommen können. Für Entscheider in Unternehmen und Institutionen, die in Nachhaltigkeit investieren, ist dies ein wichtiges Signal: Kohlenstofffinanzierung ist kein Nullsummenspiel, sondern kann Synergien schaffen. Der Gola-Regenwald zeigt, dass der Schutz des Klimas und der Artenvielfalt Hand in Hand gehen können – und dass sich beides messen lässt.

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„Kohlenstofffinanzierung kann also wirklich beides: Klima schützen und Tiere retten – wer hätte das gedacht?"

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