Ökologie

Kronenbrücken retten Tiere in Costa Rica

Drei Jahre Videodaten belegen: Affen und andere Baumtiere nutzen die Brücken immer häufiger.

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Drei Jahre Videodaten belegen: Affen und andere Baumtiere nutzen die Brücken immer häufiger.

Wenn eine Straße mitten durch den Regenwald führt, wird sie für viele Tiere zur tödlichen Falle. Besonders gefährdet sind Baumtiere, die von Ast zu Ast springen – sie müssen den offenen Asphalt überqueren und werden oft von Autos erfasst. Kronenbrücken, die die Baumkronen auf beiden Seiten der Straße verbinden, sollen das verhindern. Doch wie gut funktionieren sie wirklich? Bisher gab es kaum Langzeitdaten. Eine neue Studie hat nun drei Jahre lang Videofallen an 17 Brücken auf der Osa-Halbinsel in Costa Rica ausgewertet. Das Ergebnis: Die Tiere nutzen die Brücken zunehmend häufiger, und sie haben klare Vorlieben, welche Bauweise sie bevorzugen.

Die Forscherin Marion Fischer von der Universität Französisch-Guayana wertete gemeinsam mit der lokalen NGO Osa Conservation tausende Stunden Videomaterial aus. Von Dezember 2020 bis Juni 2023 dokumentierte das Team 2.231 Tierüberquerungen. Dabei wurden mindestens 13 verschiedene Arten von baumbewohnenden Säugetieren erfasst, darunter zwei Arten, die besonders häufig mit Autos kollidieren: das Gemeine Opossum und der Mexikanische Zwergbaumstachler. Auch Weißschulterkapuzineraffen und Totenkopfaffen nutzten die Brücken regelmäßig. Größere Arten wie Brüllaffen und Klammeraffen wurden dagegen nicht auf den Brücken gesichtet.

Die Studie liefert erstmals verlässliche Daten darüber, wie sich die Nutzung von Kronenbrücken über einen langen Zeitraum entwickelt. Bisher wurden solche Brücken meist nur etwa ein Jahr lang beobachtet. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass die Tiere Zeit brauchen, um sich an die Brücken zu gewöhnen – die Nutzung stieg im Laufe der drei Jahre stetig an. Zudem bevorzugten die Tiere bestimmte Brückendesigns und -längen. Diese Informationen sind entscheidend, um künftige Brücken noch effektiver zu gestalten und die Unfallzahlen weiter zu senken.

Die Osa-Halbinsel ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Der Schutz der dortigen Tierwelt hat daher überregionale Bedeutung. Die Studie zeigt, dass Kronenbrücken ein wirksames Mittel sind, um die negativen Folgen von Straßen für die Tierwelt abzumildern. Mit den neuen Daten können Naturschutzorganisationen und Straßenplaner nun gezielt die Brücken bauen, die den Tieren am meisten nutzen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Vernetzung der Lebensräume zu erhalten und das Sterben auf den Straßen zu reduzieren.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.

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