Letzter wilder Baum seiner Art in Chile gerettet
24 Samen des letzten wilden Dendroseris neriifolia wurden in der Millennium Seed Bank eingelagert.

Auf der abgelegenen Robinson-Crusoe-Insel im Südpazifik, die zu Chile gehört, wächst ein ganz besonderer Baum. Es ist der letzte bekannte wilde Vertreter seiner Art, Dendroseris neriifolia. Der etwa 150 Jahre alte Baum hängt an einer steilen Klippe, die nur mit Spezialausrüstung zu erreichen ist. Um ihn vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren, haben Naturschützer in diesem Jahr rund 400 Samen gesammelt. 29 davon schienen vielversprechend und wurden an die Millennium Seed Bank (MSB) in Großbritannien geschickt – die weltweit größte Samenbank für Wildpflanzen. Dort bestätigten Röntgenaufnahmen, dass 24 Samen einen Embryo enthalten und damit keimfähig sind.
Die Art Dendroseris neriifolia gehört zu einer Gattung, die nur auf den Juan-Fernández-Inseln vorkommt. Alle elf Arten dieser Gattung sind durch eingeschleppte Tiere wie Ziegen und Ratten sowie durch die Zerstörung ihres Lebensraums stark bedroht. Die auffälligen gelben, orangefarbenen oder weißen Blüten sind fast verschwunden. Paulina Hechenleitner, eine Forscherin der Royal Botanic Gardens in Kew, erklärte, dass die Fruchtbildung unregelmäßig ist und manche Jahre kaum keimfähige Samen hervorbringen.
Die 24 Samen sind nun sicher in der Millennium Seed Bank eingelagert. Dort werden sie unter kontrollierten Bedingungen aufbewahrt und können für Nachzuchtprogramme genutzt werden. Ziel ist es, die Art in ihrem natürlichen Lebensraum wieder anzusiedeln. Dieser Erfolg zeigt, wie wichtig Samenbanken für den Erhalt bedrohter Pflanzenarten sind. Ohne solche Maßnahmen wäre die Art unwiderruflich verloren gegangen.
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„Stell dir vor: Ein einziger Baum auf einer einsamen Insel – und seine Samen könnten die ganze Art retten. Genau das ist passiert."
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