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Letztes wildes Borneo-Nashorn soll gerettet werden

Nur zwei Sumatra-Nashörner leben noch auf Borneo – eines davon soll eingefangen und künstlich befruchtet werden.

Sumatra-Nashörner (Dicerorhinus sumatrensis) sind extrem selten: Wahrscheinlich leben weniger als 50 Tiere auf der Erde, was sie zu einer der seltensten Säugetierarten macht. Die meisten von ihnen existieren auf der Insel Sumatra, während der Bestand auf Borneo auf zwei bekannte Weibchen geschrumpft ist: Pahu in einem Gehege im Kelian-Reservat und Pari im Waldschutzgebiet von Kutai Kartanegara. In einem letzten Versuch, die einzigartigen Gene dieser Nashörner zu sichern, wollen indonesische Behörden nun das letzte wilde Weibchen fangen, um es künstlich befruchten zu können.

Die Nashörner von Sumatra und Borneo sind eng miteinander verwandt und könnten theoretisch miteinander verpaart werden. Allerdings sind die Tiere von Sumatra größer, weswegen natürliche Fortpflanzung schwierig und riskant sein könnte. Biologen haben deshalb in der Vergangenheit versucht, Eizellen von Pahu zu gewinnen, um sie in der Petrischale zu befruchten und anschließend ihr oder einem anderen Weibchen wieder einzupflanzen. Pahu ist jedoch mit geschätzten 40 Jahren bereits recht alt und gesundheitlich angeschlagen, sodass bisherige Versuche erfolglos endeten. Bilder aus Kamerafallen deuten hingegen an, dass Pari jünger und daher vielleicht besser geeignet ist.

Das Einfangen und Umsiedeln der Nashörner ist jedoch riskant und endete in der Vergangenheit immer wieder mit dem Tod einzelner Tiere. Die beteiligten Wissenschaftler und Ranger haben sich deswegen in den letzten Monaten intensiv vorbereitet und den Fang mit Rindern geübt, die ähnlich groß und schwer wie das Nashorn sind. Sollte das Vorhaben gelingen, wird Pari in eine Einrichtung gebracht, wo sie beobachtet wird, bevor Eizellen entnommen werden. Diese sollen dann mit dem Sperma eines Männchens aus Sumatra in vitro befruchtet und einer Leihmutter eingesetzt werden – ein Verfahren, das Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin 2024 erstmals bei einem Südlichen Breitmaulnashorn erfolgreich gelungen ist.

Sumatra-Nashörner waren einst weit in Südostasien bis nach Indien verbreitet, überlebten jedoch bis ins 21. Jahrhundert nur in kleinen Gebieten auf dem Festland in Malaysia sowie auf Sumatra und Borneo. Inzwischen sind sie in Malaysia ebenfalls ausgestorben und im indonesischen Teil Borneos auf die beiden Weibchen reduziert. Auf Sumatra existiert ein kleines Zuchtprogramm, in dem 2023 ein Kalb dieser kleinsten Nashornart der Erde geboren wurde. Die Rettungsaktion für Pari ist ein letzter Versuch, die Art vor dem völligen Aussterben zu bewahren.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Das letzte wilde Nashorn auf Borneo soll eingefangen werden – um es künstlich zu befruchten. Klingt verrückt, aber es ist die letzte Hoffnung."

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