Meeresschildkröten auf Kap Verde: 80-facher Anstieg
Dank 27 Jahren Schutzarbeit nisten heute 80-mal mehr Unechte Karettschildkröten auf Boa Vista.

Unechte Karettschildkröten, wissenschaftlich Caretta caretta, sind weltweit gefährdet. Die Weltnaturschutzunion IUCN listet sie als ‚verwundbar‘ – ihre globale Population ist in den letzten drei Generationen um 47 Prozent geschrumpft. Hauptgründe sind Lebensraumverlust, Plastikmüll im Meer, Beifang in Fischernetzen und die Folgen des Klimawandels. Die Tiere werden bis zu 80 Jahre alt und brauchen Jahrzehnte, um geschlechtsreif zu werden – jede erwachsene Schildkröte ist daher besonders wertvoll für den Bestand.
Doch auf der Insel Boa Vista, der drittgrößten Insel des afrikanischen Inselstaats Kap Verde, zeigt sich ein gegenteiliger Trend. Eine neue Studie in der Fachzeitschrift Biological Conservation belegt: Die Zahl der nistenden Weibchen an drei Stränden ist zwischen 1998 und 2024 um das 80-Fache gestiegen. Waren es 1998 noch wenige Tiere pro Nacht, zählen die Schutzteams heute zwischen 30 und 40 Weibchen pro Nacht und Team.
Die Autoren der ersten Langzeitstudie zu den Niststränden von Kap Verde führen diesen Erfolg auf jahrzehntelange Schutzbemühungen zurück. Die lokale Naturschutzorganisation Cabo Verde Natura 2000 (CVN2) patrouilliert seit den 1990er-Jahren mit Freiwilligen die Strände, schützt die Nester vor Wilderern und natürlichen Feinden und markiert die Tiere. Auch die Regierung von Kap Verde hat Schutzgebiete ausgewiesen und die illegale Jagd auf Schildkröten unter Strafe gestellt.
Der Fall zeigt, dass konsequenter, lokaler Artenschutz selbst bei einer stark bedrohten, langlebigen Art zu einer dramatischen Erholung führen kann. Die Studie liefert damit ein seltenes positives Signal in der sonst düsteren Bilanz vieler Meeresschildkröten-Populationen weltweit. Für die Zukunft hoffen die Forscher, dass die Schutzmaßnahmen fortgesetzt und ausgeweitet werden, um den Aufwärtstrend zu sichern.
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„80-mal mehr Schildkröten an einem Strand – einfach weil Menschen 27 Jahre lang aufgepasst haben. Krass, oder?"
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