Zurück
tiere Kambodscha · KH

Mekong-Riesenlachskarpfen wieder gesichtet

Vier Sichtungen seit 2020 geben Hoffnung für die stark bedrohte Art und das gesamte Flussökosystem.

01. Juli 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

Der Mekong ist einer der artenreichsten Flüsse der Welt – und einer der bedrohtesten. Staudämme, Überfischung und Verschmutzung setzen dem Ökosystem massiv zu. Eine der seltensten Bewohnerinnen des Mekong ist der Riesenlachskarpfen (Aaptosyax grypus), ein Fisch, der über vier Meter lang werden kann. Nachdem er 1991 erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde, gab es in den folgenden 14 Jahren nur 20 offizielle Nachweise – und seit 2005 gar keinen mehr. Viele Fachleute befürchteten bereits, die Art sei ausgestorben.

Doch nun gibt es neue Hoffnung. Ein Forschungsteam um Bunyeth Chan von der Svay Rieng University in Kambodscha bestätigte in einer 2024 veröffentlichten Studie drei Sichtungen des Fisches. Die Tiere waren zwischen 2020 und 2023 von Fischern in verschiedenen Teilen des unteren Mekong-Beckens gefangen worden. „Diese jüngsten Beobachtungen zeigen, dass die Art überlebt und dass eine oder mehrere Populationen im kambodschanischen Mekong und seinen Nebenflüssen leben“, schreiben die Forscher. Ein vierter Nachweis gelang am 27. November 2025 – ein weiterer Fisch, der von einem Fischer gefangen und von denselben Wissenschaftlern bestätigt wurde.

Die Wiederentdeckung ist nicht nur für den Riesenlachskarpfen selbst ein Grund zur Freude. „Sie ist ein Grund zur Hoffnung – nicht nur für diese Art, sondern für das gesamte Mekong-Ökosystem“, sagte Chan in einer Mitteilung. Der Mekong ist der produktivste Fluss der Erde: Jährlich werden hier über zwei Millionen Tonnen Fisch gefangen, deren Wert auf mehr als zehn Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Millionen Menschen in Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam sind direkt von den Fischbeständen abhängig.

Der Riesenlachskarpfen ist ein sogenannter Indikator für die Gesundheit des Flusses. Wenn eine so große und anspruchsvolle Art überlebt, deutet das darauf hin, dass die Wasserqualität und die Nahrungskette noch intakt genug sind, um sie zu erhalten. Die Forscher hoffen nun, dass die Sichtungen zu verstärkten Schutzmaßnahmen führen – etwa zu Fangverboten in kritischen Gebieten oder zur Sicherung von Laichplätzen. Die Art ist vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN).

Die Wiederentdeckung zeigt: Es ist noch nicht zu spät. Aber sie macht auch deutlich, wie dringend Schutzmaßnahmen nötig sind. Denn der Mekong verändert sich rasant – und mit ihm die Lebensgrundlage von Millionen Menschen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Ein Fisch, den alle für ausgestorben hielten, taucht plötzlich wieder auf – und das gleich viermal. Das ist ein gutes Zeichen für den ganzen Mekong."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus tiere