Monterey Park verbietet Rechenzentren per Bürgerentscheid
86% stimmten für das Verbot – ein Modell für andere Städte gegen Lärm und hohe Strompreise.

Rechenzentren – riesige Hallen voller Computer, die das Internet und KI-Anwendungen am Laufen halten – sind in den USA zunehmend umstritten. Sie verbrauchen Unmengen an Strom und Wasser, treiben die Energiepreise in die Höhe und belasten Anwohner mit Lärm. In Monterey Park, einer Stadt im Großraum Los Angeles, haben die Bürger nun einen Schlussstrich gezogen: Bei einer Abstimmung am vergangenen Dienstag stimmten 86 Prozent der Teilnehmenden für ein dauerhaftes Verbot neuer Rechenzentren in der Stadt. Es ist der erste derartige Bürgerentscheid in den USA.
Der Organisator der Kampagne, Steven Kung, sprach von einem „Erdrutschsieg“. Die Gründe für die Ablehnung seien vielfältig: „Die Lärmbelästigung, die Luftverschmutzung, der Anstieg der Strompreise. Der Deal ergab einfach keinen Sinn – und er ergibt für die meisten Städte, in die Rechenzentren kommen, keinen Sinn.“ Bürgermeisterin Elizabeth Yang zeigte sich überzeugt, dass andere Städte dem Beispiel folgen werden. „Viele andere Städte, die mit Rechenzentrums-Projekten konfrontiert sind, werden nachziehen“, sagte sie dem Portal Politico. Sie verwies auf Proteste im ganzen Land und den „schlechten Ruf, den Rechenzentren in den Nachbarschaften haben, in denen sie bereits gebaut wurden“.
Der Stadtrat Jose Sanchez betonte die Vorbildfunktion: „Wir hoffen, dass andere Gemeinden das Modell der Einwohner von Monterey Park als Inspiration nutzen, um Rechenzentren davon abzuhalten, in ihren Hinterhof einzudringen.“ Die Abstimmungsvorlage nannte explizit die Belastungen für Luftqualität, Trinkwasser, öffentliche Gesundheit sowie die Strom- und Wasserpreise. Diese Sorgen sind nicht hypothetisch: In Gemeinden in der Nähe bestehender Rechenzentren sind die Nebenkosten für die Bewohner spürbar gestiegen, während Tech-Konzerne im KI-Boom immer mehr Rechenkapazitäten aufbauen.
Eine Umfrage des Instituts Public First ergab, dass nur 26 Prozent der Amerikaner den Bau weiterer Rechenzentren befürworten – der niedrigste Wert aller befragten Länder. Laut der Financial Times wurden seit 2025 Dutzende Projekte im Wert von mindestens 156 Milliarden US-Dollar blockiert oder auf Eis gelegt. Die US-Senatoren Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez haben bereits ein Gesetz für ein landesweites Moratorium vorgeschlagen, bis Schutzmaßnahmen für Arbeiter, Verbraucher, Gemeinden und die Umwelt in Kraft sind. Monterey Park hat nun, was anderen fehlt: einen abgeschlossenen Bürgerentscheid mit klarer Mehrheit und eine Vorlage, die andere Städte kopieren können.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine Stadt in Kalifornien hat Rechenzentren verboten – und 86% der Bürger sind dafür. Starkes Zeichen gegen die Tech-Industrie!"
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