Mücken lernen, DEET zu lieben – eine Warnung
Forschung zeigt: Mücken können den Geruch von DEET mit Futter verbinden und werden angezogen.

Jeden Sommer schmieren sich Menschen in Mückengebieten mit DEET ein – einem synthetischen Wirkstoff, der seit den 1940er-Jahren als wirksamstes Mückenschutzmittel gilt. Doch eine neue Studie der Virginia Tech und der Universität Buenos Aires zeigt: Unter bestimmten Bedingungen kann DEET Mücken sogar anziehen. Die Forscher trainierten Stechmücken der Art Aedes aegypti, die Gelbfieber und Dengue übertragen, mit einer Art Pawlow’schen Konditionierung. Sie ließen die Insekten zunächst an einem warmen Beutel mit Schafsblut saugen und setzten sie dann dem Geruch von DEET aus. Nach drei Wiederholungen reagierten die Mücken auf den reinen DEET-Geruch, als ob sie fressen wollten – selbst wenn kein Blut da war. In einem weiteren Versuch bevorzugten mehr als die Hälfte der trainierten Mücken eine mit DEET eingeriebene Hand gegenüber einer unbehandelten. Die Forscher vermuten, dass DEET nicht direkt abschreckt, sondern an natürliche Abwehrstoffe von Pflanzen erinnert – und dass Mücken diese Assoziation umlernen können. Das ist ein Paradigmenwechsel: Bisher dachte man, DEET löse eine festverdrahtete Abwehrreaktion aus. Die Studie zeigt, dass Erfahrung und Lernen eine große Rolle spielen. Für den Alltag bedeutet das: Wer DEET verwendet, sollte es regelmäßig und gleichmäßig auftragen, damit Mücken gar nicht erst in die Nähe kommen und den Geruch mit einer Mahlzeit verbinden können. In Regionen mit hohem Krankheitsrisiko bleibt DEET weiterhin unverzichtbar – aber die Erkenntnis mahnt zur Vorsicht: Die Natur passt sich an, und was heute schützt, könnte morgen versagen.
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