Infrastruktur

Neue Methode soll CO₂-Markt retten

Balance-Kredite setzen auf Biodiversität und Gemeinwohl statt nur auf Emissionsausgleich.

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Balance-Kredite setzen auf Biodiversität und Gemeinwohl statt nur auf Emissionsausgleich.

Der freiwillige CO₂-Markt steckt in einer tiefen Vertrauenskrise. Viele Projekte, die versprechen, Treibhausgase auszugleichen, halten nicht, was sie versprechen – das belegen zahlreiche Untersuchungen. Der Vorwurf des Greenwashings lastet schwer auf der gesamten Branche. Daniel Morrell, ein Pionier des CO₂-Marktes und Klimaberater des britischen Premierministers, hat nun eine neue Lösung vorgestellt: Balance. Dabei handelt es sich um eine neue Art von CO₂-Zertifikat, das nicht nur die Klimawirkung, sondern vor allem den Schutz der Biodiversität und die Schaffung neuer Einkommensquellen für lokale Gemeinschaften in den Fokus rückt. „Die Bekämpfung eines dieser Probleme isoliert ist wirkungslos, weil sie strukturell miteinander verbunden sind“, sagte Morrell gegenüber Mongabay. Sein Ansatz ruht auf drei Säulen: dem Erhalt der Artenvielfalt, der Armutsbekämpfung und dem Klimaschutz. Das Ziel ist es, Wälder auch nach dem Ende der Projektlaufzeit intakt zu halten. Bisher konnten Unternehmen und Privatpersonen mit CO₂-Zertifikaten ihre Emissionen kompensieren, indem sie in Aufforstungsprojekte investierten. Doch die mangelnde Transparenz und die oft überhöhten Angaben zur CO₂-Bindung haben den Markt in Verruf gebracht. Morrell will mit Balance einen Gegenentwurf liefern: Statt eines „Freikaufs“ für Emissionen sollen die Zertifikate einen echten Mehrwert für Mensch und Natur schaffen. Die Herausforderung ist enorm: Der Markt muss nicht nur technisch, sondern auch kulturell reformiert werden. Doch Morrell ist überzeugt, dass der Weg zurück zu den Wurzeln des Marktes – hin zu Biodiversität und Gemeinwohl – der einzig gangbare ist. Ob sich dieser Ansatz durchsetzt, wird sich zeigen. Aber er zeigt, dass es Alternativen zum reinen CO₂-Ausgleich gibt.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.

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