Forscher finden Schwachstelle von Ewigkeitschemikalien
UV-Licht erzeugt Wasserstoffradikale, die PFAS-Moleküle zerstören – ein Durchbruch für die Entgiftung von Wasser.

PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – sind eine Gruppe von Tausenden synthetischen Chemikalien, die seit den 1940er Jahren in Produkten wie wasserdichter Kleidung, Lebensmittelverpackungen, Feuerlöschschaum und Antihaft-Pfannen stecken. Sie heißen Ewigkeitschemikalien, weil sie in der Umwelt kaum abgebaut werden und sich in Wasser, Böden, Tieren und Menschen anreichern. Studien bringen sie mit Krebs, Leberschäden und Hormonstörungen in Verbindung. Bisherige Wasserfilter können PFAS zwar aus dem Wasser entfernen, aber nicht zerstören – die Chemikalien landen dann nur woanders, etwa im Klärschlamm.
Ein Team um den Umweltchemiker Zongsu Wei von der Universität Aarhus hat nun einen Mechanismus entdeckt, der PFAS tatsächlich zerstören kann. Die Forscher bestrahlten PFAS-haltiges Wasser mit intensivem UV-Licht – also ultraviolettem Licht, wie es auch in der Sonne vorkommt, aber viel stärker. Dabei entstehen aus den Wassermolekülen sogenannte Wasserstoffradikale: extrem reaktionsfreudige Teilchen, die die starken Kohlenstoff-Fluor-Bindungen der PFAS-Moleküle angreifen. Schritt für Wort reißen sie die Fluoratome heraus und zerlegen die Kette in kleinere, harmlosere Bruchstücke.
Die entscheidende Erkenntnis: Bisher dachten Forscher, dass andere reaktive Teilchen für den Abbau verantwortlich seien. Die neue Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Environmental Science, zeigt jedoch, dass die Wasserstoffradikale die Hauptrolle spielen. „Jetzt haben wir eine klare Richtung, wie wir effizientere und nachhaltigere Technologien entwickeln können, um diese Chemikalien wirklich zu zerstören – statt sie nur zu verschieben“, sagt Wei. Allerdings ist der Prozess noch langsam und es entstehen Zwischenprodukte. Die Arbeit ist kein sofortiges Wundermittel, aber ein wichtiger Schritt: Sie liefert das chemische Grundwissen, um gezielt bessere Verfahren zu bauen.
Die Bedeutung liegt auf der Hand: Weltweit sind unzählige Trinkwasserquellen mit PFAS belastet. In Europa und den USA werden Grenzwerte immer strenger. Bisherige Reinigungsmethoden wie Aktivkohlefilter oder Umkehrosmose entfernen die Stoffe zwar, produzieren aber hochkonzentrierten Sondermüll. Echte Zerstörung – wie sie die UV-Methode verspricht – würde das Problem an der Wurzel packen. Die Forscher arbeiten nun daran, die Reaktion zu beschleunigen und für den großtechnischen Einsatz tauglich zu machen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Stell dir vor: Die hartnäckigsten Umweltgifte lassen sich mit Licht zerstören. Genau das haben Forscher jetzt rausgefunden."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus wissenschaft
KI-Impfstoff gegen Coronaviren besteht ersten Test am Menschen
Ein von KI entwickelter Impfstoff wirkt gegen mehrere Coronaviren gleichzeitig – und schützt sogar vor noch unbekannten Varianten.
Über 1.000 unbekannte Korallenriffe vor Australien entdeckt
Satellitenbild-Überlagerung enthüllt tausende Riffe in trüben Gewässern Nordaustraliens
KI warnt Badegäste an der Ostsee vor gefährlichen Vibrionen
Frühwarnsystem sagt Bakterien bis zu fünf Wochen im Voraus voraus – basierend auf 1.500 Wasserproben