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Neue Theorie: Wie winzige Mineralien das Leben auf der Erde entzündeten

Forscher schlagen vor, dass natürliche Nano-Enzyme die ersten Bausteine des Lebens aus toter Materie schufen.

Wie ist das Leben auf der Erde entstanden? Diese Frage treibt Wissenschaftler seit Jahrhunderten um. Klar ist: Irgendwann vor Milliarden Jahren müssen aus einer Ansammlung toter Chemikalien die ersten lebenden Systeme entstanden sein. Doch der genaue Ablauf dieser sogenannten Abiogenese – der Entstehung von Leben aus unbelebter Materie – ist bis heute ein Rätsel. Bisherige Theorien wie die RNA-Welt oder die Eisen-Schwefel-Welt konnten jeweils nur Teile des Puzzles erklären.

Ein Forscherteam um Prof. Yongdong Jin von der Shenzhen University in China hat nun einen neuen, umfassenden Ansatz vorgeschlagen: die Nanozym-Hypothese. Nanozyme sind winzige Mineralpartikel, die wie natürliche Enzyme wirken – also chemische Reaktionen beschleunigen können. Die Idee: Unter den harschen Bedingungen der frühen Erde – mit Vulkanen, Blitzen und starker UV-Strahlung – könnten solche Partikel aus Metallen, Metalloxiden oder Sulfiden entstanden sein. Sie hätten als winzige Fabriken fungiert, die aus einfachen Gasen wie Kohlendioxid und Stickstoff nach und nach die ersten organischen Moleküle herstellten.

Besonders spannend ist ein Teil der Theorie, den die Forscher die „Au-Welt“ nennen. Sie vermuten, dass Gold-Nanopartikel eine Schlüsselrolle gespielt haben könnten. Diese winzigen Goldkügelchen, die heute oft künstlich im Labor hergestellt werden, könnten unter bestimmten Bedingungen auch in der Natur stabil gewesen sein. Sobald erste einfache organische Moleküle entstanden waren, hätten sie die Goldpartikel umhüllt und stabilisiert – ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Die Nanozym-Hypothese beschreibt die Erde als eine Art riesiges, natürliches Chemielabor. Über Jahrmillionen hinweg hätten sich diese Prozesse immer weiter entwickelt. Die Mineralpartikel wurden komplexer, einige wurden sogar in die ersten lebenden Zellen eingebaut. Die Theorie könnte helfen, langjährige Widersprüche zwischen verschiedenen Forschungsrichtungen aufzulösen. Sie zeigt einen Weg, wie aus einer anorganischen Welt – einer Welt ohne Leben – Schritt für Schritt eine organische werden konnte. Die Arbeit ist ein wichtiger Schritt, um eines der tiefsten Geheimnisse der Natur zu lüften.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor, das Leben auf der Erde begann mit winzigen Goldpartikeln, die wie kleine Fabriken arbeiteten. Genau das vermuten Forscher jetzt."

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