Ökologie Huánuco

Peru: Stachellose Bienen erhalten erstmals Rechtsstatus

Zwei Gemeinden im Amazonasgebiet erkennen Bienen als Rechtssubjekte an – ein Novum für Insekten weltweit.

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KI-generierte Illustration. Zeigt nicht den Ort der Geschichte.

Stachellose Bienen sind winzige, friedliche Insekten, die keinen Stachel besitzen und in den tropischen Wäldern Südamerikas leben. Sie bestäuben rund 80 Prozent aller tropischen Pflanzen – ohne sie würde ein Großteil des Regenwaldes keine Früchte mehr tragen. Doch die Bienen sind bedroht: Klimawandel, Abholzung, Pestizide und die Konkurrenz durch eingeschleppte europäische Honigbienen setzen ihnen zu. Jetzt haben zwei Gemeinden im peruanischen Amazonasgebiet einen radikalen Schritt gewagt: Sie haben den stachellosen Bienen erstmals gesetzliche Rechte verliehen. Die Gemeinden Satipo und Nauta-Loreto erließen Verordnungen, die den Bienen das Recht auf Existenz, Fortpflanzung und Gedeihen garantieren. Zudem dürfen indigene Gruppen und Umweltschützer die Bienen künftig vor Gericht vertreten – ein Novum für Insekten weltweit. Die Kampagne wurde von Rosa Vásquez Espinoza, Gründerin der Amazon Research Internacional, angeführt. Sie arbeitete eng mit indigenen Gemeinschaften wie den Asháninka und Kukama-Kukamiria zusammen, die die Bienen seit vorkolumbianischer Zeit züchten und verehren. „In der stachellosen Biene lebt das traditionelle Wissen der Indigenen, weitergegeben seit der Zeit unserer Großeltern“, sagte Apu Cesar Ramos, Präsident von EcoAshaninka, der Zeitung The Guardian. „Die stachellose Biene existiert seit Urzeiten und spiegelt unser Zusammenleben mit dem Regenwald wider.“ Den Weg für die lokalen Verordnungen ebnete ein nationales Gesetz: Perus Gesetz Nr. 32235, verabschiedet im Jahr 2025, erkennt stachellose Bienen offiziell als „Art von nationalem Interesse“ an. Die Gemeindeverordnungen gehen nun noch einen Schritt weiter und verleihen den Insekten eigene Rechtspersönlichkeit. Ein entsprechender Artikel in der Fachzeitschrift Nature beschreibt den Schritt als weltweit ersten Fall, in dem ein Insekt als rechtlich geschützte Entität anerkannt wird. Die Hoffnung der Initiatoren ist, dass dieses Beispiel Schule macht und andere Länder folgen – denn ohne Bestäuber ist auch das Überleben der Menschen in den Tropen gefährdet.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
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