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Pilznetzwerk speichert gigantische Mengen CO₂

Wissenschaftler haben erstmals die globale Ausdehnung des unterirdischen Pilzgeflechts kartiert – es bindet jährlich 4 Milliarden Tonnen Kohlenstoff.

Beat: Klima & Energie · Fachquelle
11. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Grist

Unter unseren Füßen erstreckt sich ein Netzwerk, das die Erde grün und kühl hält – und von dem die meisten Menschen kaum etwas wissen. Es sind sogenannte arbuskuläre Mykorrhiza-Pilze, winzige Organismen, die unterirdische Röhrensysteme aus feinen Fäden bilden. Diese Fäden verbinden sich mit den Wurzeln von fast drei Vierteln aller Pflanzenarten und tauschen Nährstoffe aus: Die Pilze liefern Wasser und Mineralien, die Pflanzen geben ihnen im Gegenzug Kohlenstoff, den sie aus der Luft aufgenommen haben.

Bisher wusste niemand, wie groß dieses unterirdische Netzwerk tatsächlich ist. Ein internationales Forschungsteam hat nun mithilfe von Künstlicher Intelligenz und tausenden Bodenproben aus aller Welt eine Karte erstellt. Das Ergebnis ist atemberaubend: Das Pilzgeflecht erstreckt sich über 110 Billiarden Kilometer – fast eine Milliarde Mal die Entfernung von der Erde zur Sonne. Allein in einem Teelöffel Erde können bis zu zehn Meter dieser Pilzfäden stecken.

Jedes Jahr transportieren die Pilze rund vier Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Das ist mehr als elf Prozent der gesamten CO₂-Emissionen, die Menschen weltweit verursachen. „Wir beginnen, ein klares Bild von diesen verborgenen lebenden Infrastrukturen zu bekommen, die Kohlenstoff und Nährstoffe unter unseren Füßen zirkulieren lassen“, sagt Toby Kiers, Direktor der Gesellschaft zum Schutz unterirdischer Netzwerke und Mitautor der Studie, die im Fachmagazin Science erschienen ist.

Die Dichte der Pilze ist nicht überall gleich. Überraschenderweise finden sich die größten Mengen nicht in tropischen Regenwäldern, sondern in Graslandschaften. Sie machen 40 Prozent der weltweiten Pilzmasse aus. Das liegt daran, dass Gräser mehr Kohlenstoff an ihre Pilzpartner abgeben als Bäume. Selbst wenn Grasland oberirdisch abbrennt, bleibt der Kohlenstoff unter der Erde erhalten – ein wichtiger Unterschied zu Wäldern.

Doch nur fünf Prozent der besonders artenreichen Pilz-Hotspots liegen in Schutzgebieten. Die neue Karte soll helfen, diese Regionen zu identifizieren und zu schützen. Denn die Pilze unterstützen nicht nur Pflanzen, sondern auch die gesamte Tierwelt, die von diesen Pflanzen lebt. Gleichzeitig binden sie mehr Kohlenstoff im Boden.

In Gebieten mit intensiver Landwirtschaft ist die Pilzdichte dagegen um etwa 50 Prozent geringer. Künstliche Düngemittel machen die Zusammenarbeit mit Pilzen für Pflanzen überflüssig, und das Pflügen zerreißt die empfindlichen Netzwerke. „Vielleicht können wir mehr Pilzmasse in unseren landwirtschaftlichen Systemen fördern und so mehr Kohlendioxid binden“, sagt die Ökologin Smriti Pehim Limbu, die nicht an der Studie beteiligt war. Die neue Karte ist für die Pilze, was die ersten detaillierten Karten für Meeresströmungen oder Flusssysteme waren: Sie zeigt, wo diese unsichtbare Lebensader existiert, wie dicht sie ist – und wo sie bedroht ist.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: Unter der Erde liegt ein Netzwerk, das jedes Jahr 4 Milliarden Tonnen CO₂ bindet. Und wir haben es gerade erst richtig kartiert."

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