Schadstoffe in Seevogel-Eiern um bis zu 70 Prozent gesunken
Langzeitstudie belegt Erfolg von Regulierungen gegen PFAS-Chemikalien

Eine neue Langzeitstudie belegt einen bemerkenswerten Erfolg von Umweltregulierungen: Der Gehalt an sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) in Eiern von Seevögeln ist in den letzten 55 Jahren um bis zu 70 Prozent gesunken. Die im Fachjournal Applied Toxicology veröffentlichte Untersuchung analysierte PFAS-Konzentrationen in Eiern von Basstölpeln auf Bonaventure Island vor der Küste Kanadas – der weltweit größten Brutkolonie dieser Art.
Die Daten zeigen einen dramatischen Anstieg der Schadstoffbelastung ab den 1960er Jahren, der in den 1990er Jahren seinen Höhepunkt erreichte. Seither fallen die Werte kontinuierlich. Besonders deutlich ist der Rückgang bei Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) mit minus 74 Prozent und Perfluoroctansäure (PFOA) mit minus 40 Prozent. Auch Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) sank um 70 Prozent. „Wir sehen diesen unglaublichen Anstieg bis zu einem Höhepunkt, der über der toxikologischen Schwelle für diese Vögel lag – und dann einen schönen Rückgang“, sagte Raphael Lavoie, Koautor und Ökotoxikologe bei Environment and Climate Change Canada, dem Guardian. „Die Regulierungen zeigen eine gute Wirkung.“
Die Basstölpel sind als Fischfresser direkt der PFAS-Belastung ausgesetzt, da die Insel nahe der Sankt-Lorenz-Seewasserstraße liegt, die an die Industriezentren der Großen Seen angrenzt. Die Chemikalien gelangten über die Fische in die Vögel und deren Eier. Der Rückgang ist das Ergebnis mehrerer regulatorischer Schritte: Ende der 1990er Jahre reduzierte der Chemiekonzern M3 seine PFAS-Produktion angesichts zunehmender Kontrollen. 2009 wurden mehrere PFAS im Rahmen der Stockholmer Konvention geächtet. 2015 vereinbarte die Chemieindustrie mit der US-Umweltbehörde EPA die schrittweise Einstellung der Produktion von PFOA und PFOS.
Die Studie ist ein umfassender Beleg dafür, wie Regulierungen die toxische Belastung durch PFAS in der Umwelt reduzieren können. Dennoch betonen die Autoren die Notwendigkeit weiterer Wachsamkeit: Da PFAS als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt sind, bleiben einmal freigesetzte Substanzen praktisch für immer in der Umwelt. Der Erfolg zeigt jedoch, dass politische Maßnahmen selbst bei hartnäckigen Schadstoffen messbare Verbesserungen bewirken können – ein Signal für Entscheider in Umwelt- und Gesundheitspolitik.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Wusstest du, dass der PFAS-Gehalt in Seevogel-Eiern um bis zu 74% gesunken ist? Ein Erfolg für Umwelt und Gesundheit! 🐣🌍"
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus wissenschaft
KI-Impfstoff gegen Coronaviren besteht ersten Test am Menschen
Ein von KI entwickelter Impfstoff wirkt gegen mehrere Coronaviren gleichzeitig – und schützt sogar vor noch unbekannten Varianten.
Über 1.000 unbekannte Korallenriffe vor Australien entdeckt
Satellitenbild-Überlagerung enthüllt tausende Riffe in trüben Gewässern Nordaustraliens
KI warnt Badegäste an der Ostsee vor gefährlichen Vibrionen
Frühwarnsystem sagt Bakterien bis zu fünf Wochen im Voraus voraus – basierend auf 1.500 Wasserproben