Schwangerschafts-Impfung schützt Babys vor schwerer Bronchiolitis
68 % weniger Krankenhausaufenthalte bei Säuglingen durch VRS-Impfung in der Schwangerschaft

Das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz VRS, ist für die meisten Eltern von Kleinkindern ein Begriff: Es verursacht Bronchiolitis, eine Entzündung der kleinsten Atemwege in der Lunge, die bei Babys besonders schwer verlaufen kann. In Frankreich erkranken jedes Jahr rund 480.000 Kinder unter zwei Jahren an VRS – das sind etwa 30 Prozent aller Kinder in dieser Altersgruppe. Besonders kritisch ist die Situation bei Säuglingen unter einem Jahr: Zwei bis drei Prozent von ihnen müssen wegen einer VRS-Infektion ins Krankenhaus. Damit ist VRS eine der häufigsten Ursachen für pädiatrische Krankenhausaufenthalte im Winter.
Eine neue Studie, die im Fachjournal JAMA Network veröffentlicht wurde, liefert nun ermutigende Daten zur Wirksamkeit einer Impfung für Schwangere. Forscher der Universität Pittsburgh und des UPMC-Klinikverbunds untersuchten in West-Pennsylvania Säuglinge bis zu 90 Tagen, die wegen einer Atemwegserkrankung ins Krankenhaus kamen. Sie verglichen Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft den Impfstoff RSVpreF erhalten hatten, mit solchen, deren Mütter nicht geimpft waren. Kinder, die nach der Geburt eine passive Immunisierung mit Antikörpern bekommen hatten, wurden aus der Analyse ausgeschlossen – um den reinen Effekt der mütterlichen Impfung zu messen.
Das Ergebnis ist deutlich: Die Impfung während der Schwangerschaft senkte das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen VRS bei Säuglingen unter drei Monaten um 68 Prozent. Auch gegen die schwersten Verläufe der Infektion, die mit einer Lungenentzündung einhergehen, war die Impfung zu 69 Prozent wirksam. „Wir haben diese Studie so angelegt, dass sie das misst, was für Familien am wichtigsten ist: die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Baby ins Krankenhaus muss“, sagte Studienleiterin Anne-Marie Rick von der Universität Pittsburgh.
Die ersten Lebensmonate sind die Zeit, in der Säuglinge am verletzlichsten für Komplikationen durch VRS sind. Schwere Fälle können eine Sauerstofftherapie oder sogar künstliche Beatmung nötig machen und zu mehrtägigen Krankenhausaufenthalten führen. Die neuen Daten sind besonders wertvoll, weil sie die Wirksamkeit der Impfung unter realen Bedingungen zeigen – nicht nur in kontrollierten klinischen Studien. Die Forscher planen, die Ergebnisse der kommenden VRS-Saisons auszuwerten, um die Dauer des Schutzes und seine Stärke bei älteren Säuglingen genauer zu bestimmen. Für Eltern und Ärzte ist das ein wichtiger Schritt nach vorn im Kampf gegen eine der gefährlichsten Infektionen für Neugeborene.
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