Schwarzes Loch zerreißt weißen Zwergstern
Erstmals beobachtet: Einstein-Teleskop fängt seltenes kosmisches Ereignis ein

Ein internationales Forscherteam hat ein kosmisches Ereignis beobachtet, das zu den seltensten und dramatischsten im Universum zählt: Ein Schwarzes Loch mittlerer Größe zerreißt einen weißen Zwergstern und verschlingt ihn. Die Entdeckung gelang mit dem Einstein Probe, einem Weltraumteleskop, das von China entwickelt wurde und seit 2024 im All ist. Schwarze Löcher sind Regionen mit extrem starker Schwerkraft, aus denen nichts entkommen kann – nicht einmal Licht. Ein weißer Zwerg ist der dichte, ausgebrannte Kern eines sonnenähnlichen Sterns am Ende seines Lebens.
Am 2. Juli 2025 registrierte das Teleskop während einer Routinebeobachtung eine ungewöhnlich helle Röntgenquelle, die später EP250702a genannt wurde. Die Helligkeit änderte sich rapide, was sofort die Aufmerksamkeit der Astronomen weckte. Weltweit wurden weitere Teleskope auf die Region ausgerichtet. Die Analyse der Daten, die im Fachjournal Science Bulletin veröffentlicht wurde, zeigt ein Muster, das zu keiner bekannten kosmischen Explosion passt: Die Röntgenstrahlung begann bereits einen Tag vor den Gammablitzen, erreichte eine außergewöhnliche Helligkeit und klang dann über 20 Tage hinweg um den Faktor 100.000 ab.
Die Forscher schließen daraus, dass ein sogenanntes mittelschweres Schwarzes Loch – eine seltene Klasse mit der 100- bis 100.000-fachen Masse unserer Sonne – einen weißen Zwergstern zerrissen hat. Bislang gab es nur indirekte Hinweise auf solche Ereignisse. „Dieses frühe Röntgensignal ist entscheidend“, sagt Dr. Dongyue Li von den Nationalen Astronomischen Observatorien Chinas, Hauptautor der Studie. „Es zeigt uns, dass dies kein gewöhnlicher Gammablitz war.“ Die Beobachtung bestätigt eine lang gehegte Theorie und eröffnet neue Möglichkeiten, die extremsten Phänomene des Universums zu erforschen.
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