Seltene Bongos in Kenia wiederentdeckt
Kamerafallen zeigen die größte afrikanische Waldantilope in einem Gebiet, wo sie als ausgestorben galt.

Bongos sind die größten Waldantilopen Afrikas – ausgewachsene Männchen können bis zu 400 Kilogramm wiegen. Sie sind extrem scheu und leben in dichten Bergwäldern, was sie für Forscher schwer aufspürbar macht. Lange Zeit galten sie in einem Gebiet Kenias, dem Maasai-Mau-Wald, als ausgestorben. Jetzt haben Kamerafallen dort einen ausgewachsenen Bock gezeigt – und später sogar ein junges Männchen und ein junges Weibchen.
Die Aufnahmen sind das Ergebnis jahrelanger Arbeit von Rangern des Mountain Bongo Project (MBP), die in einem der unzugänglichsten Wälder Kenias patrouillieren. „Die Aufregung im Camp war unglaublich, als wir die Fotos zum ersten Mal sahen“, sagte Oscar Dyer, der operative Leiter des Projekts. Die Bilder bestätigen, dass die Tiere in einem abgelegenen Waldstück überlebt haben, das nicht als Nationalpark geschützt ist.
Die Bedeutung dieser Entdeckung ist groß: Eine KI-gestützte Zählung des Chester Zoos in England hatte zuvor nur noch etwa 28 Bongos in den Aberdare-Bergen geschätzt, dem letzten bekannten Rückzugsort. Das MBP geht von etwa 40 Tieren aus. Die Tiere im Maasai-Mau-Wald stellen eine genetisch eigenständige Population dar – ihr Überleben ist für die langfristige Rettung der Art entscheidend.
Neben dem Schutz der Wildtiere gibt es auch Hoffnung durch Nachzuchtprogramme: In Zoos und Schutzstationen leben rund 900 Bongos. Kürzlich wurden vier in Europa geborene Männchen nach Kenia gebracht, um die genetische Vielfalt in der dortigen Zuchtpopulation zu stärken. „Der Bergbongo ist nicht unrettbar verloren, aber wir müssen gemeinsam handeln“, sagte Dyer. Die Wiederentdeckung im Maasai-Mau-Wald zeigt, dass sich der Einsatz lohnt – und dass selbst in scheinbar leeren Wäldern noch Leben verborgen sein kann.
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