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wissenschaft Vereinigtes Königreich · GB

Seltene britische Pflanze erholt sich vom Aussterben

Bestand der Kentish Milkwort stieg um das Siebenfache auf 1.245 Pflanzen

Eine seltene britische Pflanze, die Kentish Milkwort (Polygala amarella), hat sich in diesem Jahr dramatisch erholt. Naturschützer zählten 1.245 wild ausgesäte Exemplare an einem Standort in der Grafschaft Kent – ein Anstieg um das Siebenfache im Vergleich zum Vorjahr. Damit ist dies die größte Population dieser Art im gesamten Vereinigten Königreich.

Die Pflanze, die nur auf kalkhaltigen Böden gedeiht, stand kurz vor dem Aussterben. Im Jahr 2010 gab es sie nur noch an drei Standorten in Kent. Ein 2013 gestartetes Schutzprojekt sammelte Samen der stärksten Pflanzen und lagerte sie sicher in den Royal Botanic Gardens in Kew, einer renommierten botanischen Forschungseinrichtung. So entstand eine Reserve, ohne die letzten Wildpflanzen weiter zu belasten.

Zwischen 2018 und 2019 wurden weitere Samen gesammelt, um Pflanzen für die Wiederansiedlung zu züchten. 2021 begannen Testauswilderungen an zwei Standorten mit kalkhaltigem Boden, auf denen die Art seit über 50 Jahren nicht mehr vorkam. Während einer der Standorte scheiterte, entwickelte sich der andere, Queendown Warren, prächtig: von 17 Pflanzen im Jahr 2022 über 47 im Jahr 2023 und 86 im Jahr 2024 bis zu 177 im Jahr 2025 – und nun dem sprunghaften Anstieg auf 1.245.

„Das Ausmaß des diesjährigen Anstiegs ist unglaublich“, sagte Rob Pennington, ein Mitarbeiter des Kent Wildlife Trust. „Die Pflanzen gedeihen offensichtlich an diesem Standort, und die Population des letzten Jahres muss eine enorme Menge Samen produziert haben, die nun erfolgreich gekeimt sind.“ Das Projekt wird vom Kent Wildlife Trust, der Species Recovery Trust, den Royal Botanic Gardens Kew und lokalen Freiwilligen getragen.

Die Arbeit hat auch neue Erkenntnisse über die Ökologie der Pflanze gebracht: Sie gedeiht am besten auf offenen, gestörten Böden, die durch Beweidung und natürliche Bodenbewegungen von Tieren wie Kaninchen und Dachsen entstehen. Die Hoffnung ist nun, dass die Population weiter wächst und künftig selbst als Samenspender für weitere Wiederansiedlungen dienen kann.

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„Eine seltene Blume in Großbritannien hat sich von 177 auf über 1.200 Pflanzen vermehrt – das ist Naturschutz zum Anfassen!"

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