Serbiens Präsident tritt nach Protesten zurück
Nach fast zwei Jahren landesweiter Demonstrationen kündigt Vučić Rücktritt und Neuwahlen an – ein Sieg für die Demokratiebewegung.

In Serbien hat eine breite Demokratiebewegung einen bedeutenden Erfolg erzielt. Präsident Aleksandar Vučić, der seit 2017 an der Macht war, kündigte überraschend seinen Rücktritt sowie vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an. Eigentlich hätte seine Amtszeit erst im Mai 2027 geendet. Der Auslöser für diesen Schritt war der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Tragödie machte die tiefe Korruption im Land sichtbar, denn die von Vučić kontrollierte Justiz hatte bis dahin niemanden zur Rechenschaft gezogen.
Daraufhin entstanden landesweite Proteste, die vor allem von Studierenden getragen wurden. Fast zwei Jahre lang forderten sie Neuwahlen, mehr Transparenz und echte Demokratie. Der Druck der Straße wurde so stark, dass Vučić nun nachgab. Die Bewegung gilt als Vorbild für erfolgreichen gewaltfreien Widerstand. Allerdings befürchten einige Beobachter, dass der Rücktritt nur taktisch ist – um einem unvermeidlichen Sturz zuvorzukommen. Die kommenden Wahlen werden zeigen, ob die Demokratiebewegung nachhaltige Veränderungen bringt.
Belegt durch
- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Perspective Daily.
- KI-generierte Illustration. Zeigt nicht den Ort der Geschichte.