Hubble zeigt 500.000 Sterne in einem Kugelsternhaufen
Das Bild von Messier 3 hilft, die Entstehungsgeschichte der Milchstraße zu entschlüsseln.
Die NASA hat ein neues Bild des Hubble-Weltraumteleskops veröffentlicht, das mehr als 500.000 Sterne in einem einzigen Kugelsternhaufen zeigt. Der Haufen mit der Bezeichnung Messier 3 (M3) ist einer der größten und beeindruckendsten seiner Art in der Milchstraße. Kugelsternhaufen sind dichte, kugelförmige Ansammlungen von Sternen, die durch die Schwerkraft zusammengehalten werden. Anders als jüngere Sternengruppen sind die Sterne in einem Kugelsternhaufen alle etwa zur gleichen Zeit aus derselben Gaswolke entstanden – vor Milliarden von Jahren. Deshalb bewahren sie eine uralte Aufzeichnung der Geschichte unserer Galaxie.
Messier 3 ist nicht nur wegen seiner Größe bemerkenswert. Er enthält mehr als 240 sogenannte RR-Lyrae-Veränderliche – das sind pulsierende Sterne, deren Helligkeit sich in einem regelmäßigen Muster ändert. Diese Sterne sind für Astronomen besonders wertvoll, weil sie als Entfernungsmesser dienen: Aus der scheinbaren Helligkeit lässt sich ihre genaue Distanz berechnen. Außerdem beherbergt M3 rund 70 Kandidaten für sogenannte Blue Stragglers – Sterne, die blau und jung erscheinen, obwohl sie eigentlich so alt sind wie ihre roten Nachbarn. Wissenschaftler vermuten, dass diese Sterne durch das Anziehen von Materie benachbarter Sterne einen zweiten Lebensabschnitt erhalten haben.
Die ungewöhnlichen Eigenschaften von M3 könnten auf eine dramatische Vergangenheit hinweisen. Der Haufen enthält zwei unterschiedliche Sternpopulationen, was darauf hindeutet, dass er aus der Verschmelzung zweier Kugelsternhaufen entstanden sein könnte. Diese ursprünglichen Haufen gehörten vermutlich zu einer Zwerggalaxie, die später von der Milchstraße verschluckt wurde. M3 wäre dann ein Überbleibsel dieser uralten galaktischen Kollision.
Hubble hat Messier 3 mehrfach beobachtet, um seine komplexe Struktur zu untersuchen. Die Farben im Bild sind nicht willkürlich: Blau steht für heißere, rot für kühlere Sterne. Die Aufnahmen sind Teil eines Programms, das etwa die Hälfte aller bekannten Kugelsternhaufen der Milchstraße kartiert. Ziel ist es, eine detaillierte Zeitleiste der Galaxienentstehung zu erstellen. Hubble arbeitet dabei mit dem James-Webb-Weltraumteleskop und dem künftigen Nancy-Grace-Roman-Teleskop zusammen, um ein immer vollständigeres Bild unserer kosmischen Geschichte zu zeichnen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Hubble hat ein Bild mit über 500.000 Sternen gemacht – und es könnte verraten, wie unsere Galaxie entstanden ist."
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