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Solarpanels über Kanälen sparen Wasser und erzeugen Strom

Pilotprojekt in Kalifornien reduziert Verdunstung um bis zu 70 Prozent und liefert 1,6 Megawatt Strom.

Kalifornien betreibt rund 6.400 Kilometer offene Bewässerungskanäle, die Wasser zu Farmen und Städten transportieren. Ein Pilotprojekt namens Project Nexus hat nun getestet, ob diese Kanäle auch Strom produzieren können. Dafür wurden über zwei Kanälen südlich von Modesto stählerne Solarpanels installiert – einer so breit wie eine Gasse, der andere wie eine achtspurige Autobahn. Zusammen bedecken sie eine Fläche von etwa eineinhalb Fußballfeldern und erzeugen 1,6 Megawatt Strom.

Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die Beschattung durch die Panels reduzierte die Wasserverdunstung um bis zu 70 Prozent und das Wachstum von Wasserpflanzen und Algen um 85 Prozent. Das ist nicht nur gut für die Wasserbilanz, sondern spart auch Geld für die Kanalbetreiber, die sonst viel in die Unkrautbekämpfung investieren müssen. Eine frühere Studie der University of California, Merced, hatte berechnet, dass die Abdeckung aller großen Kanäle Kaliforniens 13 Gigawatt Solarstrom liefern könnte – etwa die Hälfte dessen, was der Staat bis 2030 an neuer Solarenergie benötigt – und jährlich 63 Milliarden Gallonen Wasser sparen würde, genug für zwei Millionen Menschen.

Allerdings sind die Baukosten für Solarpanels über Kanälen höher als für herkömmliche Solaranlagen auf dem Boden. Ob sich die Technologie wirtschaftlich lohnt, hängt davon ab, ob die Einsparungen bei Wasser und Wartung die Mehrkosten ausgleichen. Ein neuer Bericht der UC Merced, der in den kommenden Monaten erwartet wird, soll diese Frage klären. Die kalifornische Wasserbehörde beobachtet das Projekt ebenfalls, da sie Solarpanels über Teilen des State Water Project in Betracht zieht, das 27 Millionen Menschen versorgt.

Erste Erfahrungen gibt es bereits aus Indien und Arizona: Im indischen Bundesstaat Gujarat laufen seit über einem Jahrzehnt zwei Solar-Kanal-Projekte, und der Gila-River-Indianerstamm in Arizona baute 2024 ein ähnliches Projekt entlang einer Autobahn. Dort produzieren die Panels 1,5 Megawatt – 25 Prozent mehr als erwartet, möglicherweise weil das Wasser die Panels von unten kühlt und ihre Effizienz steigert. Die Wassertemperatur sank um ein Grad Fahrenheit, und es wurde kein Algenwachstum festgestellt. Der Projektleiter spricht von einem „Paradigmenwechsel“ für den amerikanischen Westen.

Roger Bales, Professor an der UC Merced, schätzt, dass Kaliforniens Kanäle innerhalb eines Jahrzehnts bis zu einem Gigawatt Solarstrom liefern könnten – vorausgesetzt, die ersten 100 Meilen werden gebaut. Die Strategie: Solarpanels dort installieren, wo die Kanäle neben bestehenden Stromverbrauchern liegen, wie Wasserpumpstationen oder Ladestationen für Elektroautos, um neue Übertragungsleitungen zu vermeiden. Noch sei es zu früh, um die wirtschaftliche Machbarkeit endgültig zu beurteilen, sagt Forscherin Brandi McKuin. Aber die ersten realen Daten zeigen, dass die Technologie hält, was Simulationen versprachen.

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