Squash und Schule: Neues Zentrum in Baltimore
Ehemaliges Greyhound-Busdepot wird zu SquashWise – 80% der Teilnehmer schaffen den Sprung aufs College.
In Baltimore, einer Stadt mit hohen sozialen Herausforderungen, hat eine ungewöhnliche Kombination aus Sport und Bildung ein neues Zuhause gefunden. SquashWise, ein Programm, das Jugendlichen aus öffentlichen Schulen Squash beibringt und sie gleichzeitig akademisch fördert, hat im Februar ein eigenes Zentrum eröffnet – im historischen Greyhound-Busbahnhof aus dem Jahr 1942. Das Gebäude wurde für 15 Millionen Dollar umgebaut und bietet nun sechs Squash-Courts, Umkleiden, einen kleinen Fitnessraum sowie Klassenzimmer und Besprechungsräume im Obergeschoss.
Die Idee stammt aus Boston, wo 1995 das erste Programm dieser Art startete. Abby Markoe, Mitgründerin und Geschäftsführerin von SquashWise, las davon in einer Fachzeitschrift und war sofort begeistert: „Ich fand das eine sehr coole Idee, die auch einige meiner Frustrationen über den Sport ansprach – dass er so abgeschottet und elitär ist.“ Gemeinsam mit Squash-Spielern des privaten Maryland Clubs gründete sie SquashWise 2007 mit 14 Teilnehmern. Heute sind es rund 85 Jugendliche pro Jahr.
Das Prinzip ist einfach: Die Jugendlichen kommen zwei- bis dreimal pro Woche für eine Stunde Squash und Fitness sowie eine Stunde Unterricht. Wer an Turnieren oder Ausflügen teilnehmen will, muss mindestens einen Notendurchschnitt von 2,0 (B average) halten. Bei Problemen gibt es Nachhilfe, und für die Oberstufe wird ein Plan für die Zeit nach dem Abschluss erstellt – sei es Studium, Ausbildung oder Berufsvorbereitung. Rund 80 Prozent der Teilnehmer schaffen später den Sprung aufs College.
Das neue Zentrum ist nicht nur für die eingeschriebenen Jugendlichen da: Es bietet auch kostenlose Schnupperabende für alle Interessierten sowie günstige Monatsmitgliedschaften. Damit öffnet sich der Sport, der lange als elitär galt, für die gesamte Nachbarschaft. Für Markoe, die ihr Studium an der Johns Hopkins University für das Projekt unterbrach und schließlich nur den Master abschloss, ist der Erfolg des Programms auch eine Bestätigung ihres Weges: „Geschichte zu studieren hat mich gelehrt, kritisch zu denken, gut zu schreiben und die sozialen Determinanten von Gesundheit zu verstehen – ob in Subsahara-Afrika oder in Baltimore, die Konzepte sind dieselben.“
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Ein alter Busbahnhof wird zum Ort, wo Jugendliche Squash lernen und danach studieren – 80% schaffen den Sprung aufs College."
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