Schulbusse in Colorado versorgen Netz mit Strom
Elektrobusse können tagsüber Kinder transportieren und nachts laden.
In Cherry Creek, einem Schulbezirk im US-Bundesstaat Colorado, fahren seit Kurzem sechs neue Elektrobusse. Sie tun, was Schulbusse tun: Kinder einsammeln, zur Schule bringen und nachmittags wieder nach Hause fahren. Doch dann, wenn die letzten Rucksäcke in den Häusern verschwunden sind, beginnt ihr zweiter Job: Sie werden zu Batterien für das Stromnetz.
Das Besondere ist die sogenannte bidirektionale Ladetechnik. Normale Elektroautos können nur Strom ziehen – diese Busse können ihn auch wieder abgeben. Nach der Rückkehr ins Depot sind ihre Akkus noch zu großen Teilen gefüllt. Genau dann, am späten Nachmittag und frühen Abend, ist der Strombedarf in den Haushalten am höchsten: Menschen kommen von der Arbeit, schalten Herd, Fernseher oder Klimaanlage ein. Die Busse geben in dieser Zeit einen Teil ihrer gespeicherten Energie ins Netz ab – und entlasten so das örtliche Stromnetz.
In der Nacht, wenn der Verbrauch sinkt, laden die Busse wieder auf. Am Morgen sind sie bereit für den nächsten Schultag. Entwickelt wurde das System von der Firma Highland Electric Fleets, die auf die Elektrifizierung von Schulbusflotten spezialisiert ist. Die sechs Busse und die dazugehörige Ladeinfrastruktur wurden durch eine Rückvergütung von 2,4 Millionen US-Dollar finanziert, die Highland aus einem Bundesprogramm erhielt. Der Schulbezirk selbst musste nichts bezahlen.
„Diese Partnerschaft unterstützt unsere Umweltziele und bringt langfristig Betriebskosteneinsparungen“, sagte Jennifer Perry, die kommissarische Schulleiterin von Cherry Creek, bei der Grundsteinlegung für das neue Busdepot Anfang Juni. Die Einsparungen kommen unter anderem daher, dass Diesel teuer ist und Elektromotoren deutlich weniger Verschleißteile haben – bis zu 95 Prozent weniger bewegliche Teile als ein Verbrenner.
Das Modell hat Potenzial über Colorado hinaus. Highland Electric schätzt, dass zwei Dutzend solcher Busse den Strombedarf von 100 Haushalten während der Spitzenlast abdecken könnten. Einige hundert Busse könnten über tausend Haushalte unterstützen. Das Unternehmen hat bereits mehrere Pilotprojekte dieser Art laufen. Neben den Kostenvorteilen profitieren auch die Gemeinden: weniger Dieselabgase und weniger Lärm – ein Gewinn für die Gesundheit und die Lebensqualität.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Good News Network.
- Aurora · Stadt