Sudan verlängert Hilfskorridor für Millionen
Grenzübergang Adre bleibt bis September offen – 42.000 Menschen erhielten Nahrung

Der Sudan steckt in einer humanitären Katastrophe. Seit April 2023 tobt ein Bürgerkrieg zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz, der das Land in eine der schlimmsten Hungerkrisen der Welt gestürzt hat. Millionen Menschen sind auf internationale Hilfe angewiesen, doch der Zugang zu den betroffenen Gebieten ist extrem schwierig. Umso wichtiger ist die Entscheidung der sudanesischen Behörden, den Grenzübergang Adre an der Grenze zum Tschad bis zum 30. September offen zu halten. Das gab die UN am Montag bekannt.
Der Adre-Korridor ist eine Lebensader für die Regionen Darfur und Kordofan, die besonders stark vom Krieg betroffen sind. Ohne diesen Übergang wäre es fast unmöglich, Hilfsgüter in großem Umfang dorthin zu bringen. Die Verlängerung gibt den Hilfsorganisationen Planungssicherheit – ein seltenes Gut in einem Konflikt, der immer wieder neue Fronten und Blockaden hervorbringt. „Das wird uns weiterhin erlauben, humanitäre Hilfe zu den Bedürftigen zu bringen, trotz der anhaltenden Unsicherheit“, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric in New York.
Die Lage bleibt jedoch extrem angespannt. In der Nähe der Grenze zum Tschad kommt es weiterhin zu bewaffneten Zusammenstößen. Einige Hilfsorganisationen haben ihre Arbeit wegen der zunehmenden Gewalt und Kommunikationsausfällen vorübergehend eingestellt. Dennoch gelang es den Partnern der UN, in West-Darfur 250 Familien mit Bargeld zu versorgen und über 42.000 Menschen mit monatlichen Nahrungsrationen zu erreichen.
Gleichzeitig breitet sich die Cholera in West-Kordofan aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt den Aufbau von Behandlungszentren, die Entsendung von Schnellteams und die Chlorierung von Wasser. Bis zum 20. Juni gab es 838 Verdachtsfälle und 7 bestätigte Fälle, darunter 117 Todesfälle. Die WHO-Regionaldirektorin für das östliche Mittelmeer warnte, dass der Zugang zu Gesundheitsversorgung und humanitärer Hilfe weiterhin stark eingeschränkt sei. „Unterbrochene Gesundheitsdienste, unsicheres Wasser, mangelnde Hygiene, Unsicherheit und Vertreibung schaffen Bedingungen, unter denen sich die Krankheit ausbreiten kann“, schrieb sie auf Twitter.
Auch in der Stadt El Obeid, der Hauptstadt von Nord-Kordofan, bleibt die Lage besorgniserregend. Dort kommt es seit drei Wochen in Folge zu Drohnenangriffen. Ein Angriff am 27. Juni traf ein Gebiet nahe einer Mädchenschule und verletzte mindestens acht Schülerinnen. Die UN appelliert an alle Konfliktparteien, Zivilisten und zivile Infrastruktur zu schützen und den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe zu gewährleisten.
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„Der Sudan verlängert den einzigen Hilfskorridor – 42.000 Menschen wurden allein letzte Woche versorgt."
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