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Wikipedia feiert 25 Jahre und bleibt offen für KI

Die Enzyklopädie wird 25 – und stellt sich neu auf gegen Fake News und KI-Herausforderungen.

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Die Enzyklopädie wird 25 – und stellt sich neu auf gegen Fake News und KI-Herausforderungen.

Am 16. März 2001 ging die deutschsprachige Wikipedia online – eine Enzyklopädie ohne zentrale Steuerung, geschrieben und kuratiert von einer Gemeinschaft aus Freiwilligen. Ein Vierteljahrhundert später ist sie eine unverzichtbare Institution, die Hunderte Millionen Menschen regelmäßig nutzen. Im Interview erklärt Claudia Garád, Geschäftsführerin von Wikimedia Österreich, wie es heute um die deutschsprachige Wikipedia steht.

Alles sei professioneller geworden, sagt Garád. Am Anfang waren die Vereine komplett ehrenamtlich getrieben, heute gibt es hauptamtliche Mitarbeiter. Das Thema Geld wird immer wichtiger – vor allem jetzt, wo die Wikipedia auch politisch im Kreuzfeuer steht. „Wir stehen, glaube ich, auf der richtigen Seite der Geschichte, weil uns Menschen auf einmal aus politischen Motiven heraus angehen.“

Positiv verändert hat sich die Zusammenarbeit mit großen Institutionen. Wo früher Berührungsängste waren, ist es heute normal, mit Universitäten, Archiven oder Museen zusammenzuarbeiten, etwa bei der Digitalisierung von Kulturerbe. „Da mussten wir am Anfang viel mehr kämpfen, jetzt ist das Mainstream.“

Ein großes Thema ist auch, den Leuten immer wieder zu erklären, wie Wikipedia arbeitet und dass das Ökosystem erhalten bleiben muss. „Als ich angefangen habe, war freies, offenes Internet noch sexy. Die Realität der neuen Generationen ist eine ganz andere. Wir müssen neue Narrative finden, um wieder junge Menschen an diese Ideen vom offenen Internet heranzuführen.“

Die aktive Community wird älter. Im deutschsprachigen Raum beobachtet Garád eine Tendenz zu älteren Menschen. „Oft sitzen kaum junge Menschen mit am Tisch, und das ist natürlich auch ein biologisches Problem. In 20 Jahren wird der Tisch leerer sein, wenn man nicht schaut, dass neue Leute nachkommen.“

Und wegen der KI-Zusammenfassungen landen immer weniger Menschen direkt auf der Wikipedia. Spenden werden dadurch schwieriger, aber es drücken dann auch weniger Menschen das erste Mal den Edit-Button. „Viele Leute wissen nicht, dass sie unsere Inhalte stark nutzen, weil die ganzen KI-Anwendungen zwar massiv darauf aufbauen, aber mittlerweile oft nicht mehr darauf hinweisen, wo die Information herkommt.“

Wie schützt sich die Wikipedia vor politischer Einflussnahme? Für die Community war Einflussnahme schon immer ein Problem. Vor über zehn Jahren haben Rechtsextreme mit Hunderten Fake-Accounts Artikel zur deutschen Geschichte umgeschrieben. Damals wurden neue Zugriffsrechte eingeführt, um sicherzustellen, dass nicht einige wenige Leute Hunderte Accounts anlegen und damit so tun, als seien sie die Mehrheit. „Dieser Vorfall hilft uns bis heute, weil damals Prozesse in die Community gekommen sind, die verhindern, dass die Wikipedia übernommen wird.“

Ein wichtiger Faktor sei auch die Vielfalt: „Sowohl die unabhängige Finanzierung durch viele Kleinspenden als auch das Editieren durch eine Vielfalt von Menschen aus dem ganzen Spektrum von Politik und Weltanschauung machen uns resilient.“ Die Wikipedia sei einer der wenigen produktiven Aushandlungsprozesse, in denen sich Menschen noch begegnen und gemeinsam eine Wahrheit aushandeln.

Zum Thema KI-generierte Inhalte sagt Garád: „Die deutschsprachige Wikipedia war die erste, die gesagt hat: Wir wollen keine KI-generierten Inhalte auf den Projekten haben.“ Gleichzeitig sei es für Wikipedia in Ordnung, wenn KI ihre Inhalte nutzt – solange die Quelle genannt wird. Die Herausforderung bleibt, Menschen für die Idee des freien Wissens zu begeistern und die Gemeinschaft zu erneuern.

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