Thailändische Insel rettet ihre Seekühe
Seegraswiesen vor Koh Libong schrumpften um 50%, doch die Gemeinde kämpft für die Dugongs.

Vor der Küste Thailands liegt die Insel Koh Libong. Einst waren ihre Seegraswiesen die größten des Landes – ein Paradies für Dugongs, auch Seekühe genannt. Diese sanften Meeressäuger ernähren sich fast ausschließlich von Seegras und waren hier in einer der größten Populationen Südostasiens zu Hause. Doch zwischen 2020 und 2024 schrumpfte die Seegrasbedeckung in den geschützten Gewässern um bis zu 50 Prozent. Die thailändische Meeresbehörde führt den Rückgang auf mehrere Faktoren zurück: marine Hitzewellen und Baggerarbeiten an Flussmündungen.
Die Folgen waren verheerend. Immer mehr abgemagerte Dugongs wurden tot an den Strand gespült – Autopsien ergaben, dass viele verhungert waren. Auch die 3.000 Bewohner der Insel leiden: Sie sind auf die gesunden Küstenökosysteme angewiesen, zum Fischen und für den Tourismus, der die Dugongs beobachtet. Der Fischer Torfar Jongarap berichtet, dass er früher am Strand entlanggehen und Nahrung sammeln konnte. Heute muss er weiter aufs Meer hinausfahren, seine Treibstoffkosten haben sich verdreifacht. „Die Nahrungskette ist zerstört“, sagt er.
Doch die Insel gibt nicht auf. Tipusa Sangsawang koordiniert die „Dugong Guardians“, ein Netzwerk von Freiwilligen aus allen acht Dörfern der Insel. Sie überwachen die Dugong-Population, pflegen die Seegraswiesen und arbeiten mit Forschern zusammen. Die Gemeinschaft pflanzt neue Seegrasflächen an und schützt die bestehenden vor weiteren Schäden. Erste Erfolge zeichnen sich ab: Die Seegraswiesen erholen sich langsam, und die Dugongs kehren zurück.
Dieser lokale Einsatz zeigt, wie wichtig das Engagement der Menschen vor Ort ist. Während große Umweltprobleme oft überwältigend wirken, beweisen die Dugong Guardians, dass konkrete Maßnahmen etwas bewirken können. Ihr Modell könnte auch anderen Küstengemeinden helfen, die mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen. Die Zukunft der Dugongs auf Koh Libong hängt nun davon ab, ob die Erholung der Seegraswiesen anhält – und ob die Weltgemeinschaft den Klimawandel eindämmt, der die Meere immer weiter erwärmt.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine thailändische Insel kämpft um ihre Seekühe – und die ersten Erfolge sind sichtbar."
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