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Türkische Fischer erweitern Meeresschutz an 300 Meilen Küste

Mit 3 Millionen Dollar wurden 6 Schutzgebiete verbunden – Haie, Robben und Schildkröten kehren jetzt zurück.

An der türkischen Mittelmeerküste zeigte sich über Jahre ein Muster, das viele Meeresschutzgebiete weltweit kennen: Auf dem Papier standen Teile der Küste unter Schutz, doch ohne ausreichende Finanzierung, Kontrolle und Vernetzung der einzelnen Zonen konnten Haie, Robben und Meeresschildkröten nirgends wirklich zur Ruhe kommen. Illegale Fischerei drängte sie aus den geschützten Gebieten, und die Fischgründe der legal arbeitenden Fischergemeinden wurden gleichzeitig immer leerer.

Genau hier setzte der türkische Naturschützer Zafer Kızılkaya an, der bereits 2012 mit der Gökova-Bucht die erste von der Gemeinde selbst verwaltete Meeresschutzzone des Landes mitbegründet hatte und dafür 2023 mit dem Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet wurde. Sein Verein, die Akdeniz Koruma Derneği (Mediterrane Schutzgesellschaft), tat sich mit dem Endangered Landscapes & Seascapes Program zusammen, einem Programm der Universität Cambridge, das über den britischen Arcadia Fund finanziert wird.

Mit einem Startkapital von 3 Millionen Dollar begann das Team 2019, sechs einzelne, gesetzlich geschützte Meeresgebiete zwischen der Gökova-Bucht und Kap Gelidonya zu einem zusammenhängenden Netz zu verbinden – Korallenbänke und Seegraswiesen, die zuvor durch ungeschützte Meeresabschnitte voneinander getrennt waren. Der Grundgedanke: Schützt man nur eine einzelne Fläche, wandern viele Arten irgendwann trotzdem ab, weil sie größere zusammenhängende Lebensräume brauchen.

Vor Ort bedeutete das vor allem handfeste Arbeit: mehr Kontrollen gegen illegale Fischerei, bessere Ausrüstung für die Fischereiaufsicht und die enge Einbindung der Fischergemeinden selbst, die von den Regeln überzeugt und nicht nur zu ihnen verpflichtet werden sollten. Die Ergebnisse ließen sich messen: Bestände wichtiger Arten erholten sich, und mit ihnen langfristig auch die Fangmengen der Fischer, die zuvor unter der Übernutzung gelitten hatten.

Das Projekt zeigt, wie sich verstreute, oft zu schwache Schutzzonen durch lokale Führung, gezielte Finanzierung und Vernetzung zu einem wirklich wirksamen Ganzen zusammenfügen lassen – ein Modell, das inzwischen auch für andere Küstenregionen im Mittelmeerraum als Vorbild dient.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Fischer und Naturschützer haben in der Türkei 300 Meilen Küste gemeinsam gerettet – ohne dass ihnen ein Konzern reingeredet hat."

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