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UK: Ohne Studium in den Job – dank Bootcamps

Nonprofit Generation vermittelt 556 Menschen in einem Jahr in Firmen, die händeringend Fachkräfte suchen.

Bruce Devlin hatte kaum eine Chance. Mit 21 Jahren war er plötzlich auf sich allein gestellt: Seine Mutter, die er jahrelang gepflegt hatte, war gestorben. Die Sozialwohnung fiel weg, die Pflegezahlungen auch. „Kein Haus, kein Geld, keine Perspektive“, erinnert sich der heute 26-Jährige. Einen Schulabschluss hatte er zwar, aber kein Studium, keine Ausbildung – und keine Ahnung, wie man eine Bewerbung schreibt.

Dann schickte ihn das Jobcenter zu einem achtwöchigen „Bootcamp“ der Nonprofit-Organisation Generation. Das Programm vermittelt genau die Fähigkeiten, die Unternehmen gerade suchen – ohne dass man vorher studiert haben muss. Zwei Wochen nach dem Kurs hatte Devlin einen Job als Software-Tester bei der Firma 2i. Inzwischen wurde er zweimal befördert und zum „Rising Star“ der schottischen Digitalbranche gekürt.

Generation ist kein Einzelfall. Die Organisation hat seit ihrem Start in Großbritannien 2019 rund 4.000 Menschen durch ihre Kurse gebracht – in IT, Datenanalyse, aber auch in „grünen“ Berufen wie Solaranlagen-Installation oder Wärmepumpen-Montage. Über 2.300 von ihnen haben einen Job gefunden, bei mehr als 1.000 Unternehmen. Allein im vergangenen Jahr waren es 556 Vermittlungen.

Das Prinzip ist einfach: Statt Bewerber nach Papiernoten zu sortieren, fragen die Firmen, welche Aufgaben sie wirklich besetzen müssen. Generation entwickelt dann ein maßgeschneidertes Training – und die Unternehmen stellen nach Können ein, nicht nach Abschluss. „Ein Hochschulabschluss ist ein schwaches Signal für die tatsächliche Eignung“, sagt CEO Michael Houlihan. „Firmen, die auf Fähigkeiten setzen, profitieren massiv.“

Das passt zu einer wachsenden Skepsis gegenüber dem klassischen Studium. In Großbritannien sind 700.000 Hochschulabsolventen auf Arbeitslosengeld angewiesen, jeder Zehnte verdient weniger als den Mindestlohn. Gleichzeitig klagen fast ein Drittel der Arbeitgeber, sie fänden keine Leute mit den richtigen Fertigkeiten. Generation-Absolventen verdienen fünf Jahre nach dem Kurs im Schnitt 40.000 Pfund – und steigern ihr Gehalt jährlich um 17 Prozent.

Besonders profitieren Menschen aus benachteiligten Familien: 42 Prozent der Kursteilnehmer kommen aus sozial schwachen Verhältnissen. Während nur ein Drittel der jungen Erwachsenen aus Arbeiterfamilien einen Uni-Abschluss hat, sind es bei Bessergestellten 70 Prozent. „Wenn man den Uni-Zwang wegnimmt, öffnet sich die Gesellschaft schlagartig“, sagt Houlihan. „Das ist der schnellste Weg zu mehr sozialer Mobilität.“

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: Ein achtwöchiger Kurs ersetzt ein ganzes Studium – und du landest trotzdem im Traumjob. Genau das passiert gerade in Großbritannien."

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