UN-Auszeichnung für Ärzte, die Frauenwürde wiederherstellen
Senegalesischer Chirurg und burundische Stiftung erhalten UN-Bevölkerungspreis 2026 für ihren Einsatz gegen Geburtsfistel und für Müttergesundheit.

Eine Geburtsfistel ist eine Verletzung, die bei schweren Geburten entsteht, wenn stundenlange Wehen das Gewebe zwischen Scheide und Blase oder Darm zerstören. Die Folge: Frauen verlieren unkontrolliert Urin oder Stuhl – und werden oft von ihren Familien und Gemeinschaften verstoßen. Dabei ist die Verletzung durch einen Kaiserschnitt vermeidbar, doch in vielen Regionen fehlt der Zugang zu solcher Notfallversorgung.
Professor Serigne Magueye Gueye, ein senegalesischer Chirurg, hat sein Leben der Behandlung dieser Frauen gewidmet. Er operiert nicht nur, sondern hat auch Chirurgen aus über 45 Ländern Afrikas ausgebildet, um die Versorgung in der gesamten Region zu verbessern. Für seinen Einsatz erhält er den UN-Bevölkerungspreis 2026, der jährlich von der UNFPA, der UN-Bevölkerungsorganisation, verliehen wird.
„Die Stärkung der Gesundheitssysteme und der Ausbau der Notfall-Geburtshilfe – das ist der Schlüssel zur Beseitigung der Fistel“, sagte Gueye gegenüber UN News. Er betonte, dass die Behandlung nicht mit der Operation ende: Die Gemeinschaft müsse Frauen aufspüren, die sich aus Scham verstecken, sie unterstützen und ihnen helfen, wieder am sozialen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen.
Gueye hat sogar sein eigenes Haus in ein Gesundheitszentrum umgewandelt, das Aristide Mensah Health Center in Yeumbeul am Rande von Dakar. Er sieht den Preis nicht als persönliche Auszeichnung, sondern als Anerkennung für die vielen Menschen, die seine Arbeit unterstützen. „Ich nehme das nicht als persönliche Anerkennung. Für mich ist es kollektive Arbeit“, sagte er.
Den institutionellen Preis erhält die Fondation Bonne Action Umugiraneza aus Burundi. Die Stiftung, die von Burundis First Lady Angeline Ndayishimiye geleitet wird, hat 2022 die Polyclinique Umugiraneza in der Provinz Gitega eröffnet. Sie bringt Fachärzte für Kinderheilkunde, Notfallversorgung und Fruchtbarkeitsbehandlungen in ländliche Gebiete. Zudem unterstützt sie Frauen mit Geburtsfisteln, Kinder mit angeborenen Fehlbildungen und Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt.
UN-Generalsekretär António Guterres würdigte die Preisträger und betonte, dass demografische Veränderungen eine gemeinsame Antwort erforderten. „Um wahre demografische Widerstandsfähigkeit zu erreichen, müssen wir die Rechte, die Würde und das Wohlergehen aller Menschen in den Mittelpunkt unserer Entwicklungsbemühungen stellen“, sagte er in einer Botschaft.
Gueye rief junge Gesundheitsfachkräfte dazu auf, ihre Fähigkeiten mit Demut und Widerstandsfähigkeit zu entwickeln und über die städtischen Krankenhäuser hinaus in entlegene Gebiete zu gehen, wo die Gesundheitsversorgung oft knapp ist. „Hinter jeder Operation steckt eine Geschichte“, sagte er. Das wahre Maß des Erfolgs sei, Frauen „ihr Leben zurückzugeben“ und ihnen eine zweite Chance auf Gesundheit, Würde und Lebensunterhalt zu bieten.
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„Ein Arzt, der sein Haus zur Klinik machte, und eine Stiftung, die Müttern hilft – beide bekommen den UN-Bevölkerungspreis. Endlich mal gute Nachrichten aus Afrika."
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