US-Stadt baut Tunnel, damit Salamander sicher wandern können
In Keene halfen bisher Freiwillige den Tieren händisch über die Straße – jetzt entstehen dauerhafte Tunnel.
Jeden Frühling passiert in der Kleinstadt Keene im US-Bundesstaat New Hampshire etwas, das man leicht übersehen könnte, wenn man nicht genau hinschaut: Tausende Frösche und Salamander wandern in einer einzigen milden Regennacht von ihren Winterquartieren in den Wäldern zu den Feuchtgebieten, in denen sie sich fortpflanzen. Waldfrösche, Erdfrösche, Rotrücken- und Fleckensalamander – sie alle müssen dafür eine zweispurige Asphaltstraße überqueren, die North Lincoln Street.
Für viele Tiere endet diese Wanderung tödlich, weil Straßen ihre Lebensräume zerschneiden. In Keene wird die betroffene Straße deshalb in besonders aktiven Wandernächten für Autos gesperrt. An anderen Kreuzungspunkten in der Region stehen bislang nur Freiwillige zwischen den langsamen Amphibien und dem Verkehr: Sogenannte Crossing Brigades tragen die Tiere in solchen Nächten von Hand über die Straße. Das funktioniert – ist aber davon abhängig, wie viele Freiwillige gerade Zeit und Kraft haben.
Genau das soll sich nun ändern. Unter der Leitung von Brett Amy Thelen, Wissenschaftsdirektorin des Harris Center for Conservation Education, entsteht in Keene ein neues Projekt: kleine Tunnel unter der Straße, durch die die Amphibien sicher und dauerhaft wandern können, ganz ohne nächtliche Freiwilligeneinsätze. „Die Crossing Brigades sollen der erste Schritt sein, nicht der letzte“, sagt Thelen – und genau das wird nun Wirklichkeit.
Anders als eine nächtliche Straßensperrung oder eine Handvoll Freiwilliger mit Taschenlampen ist ein Tunnel eine dauerhafte Lösung: Er schützt jede künftige Wandergeneration, unabhängig davon, ob gerade jemand Zeit hat, in einer kalten Regennacht draußen zu stehen. Für eine Stadt, die selbst baut, was Freiwillige bislang nur behelfsmäßig lösen konnten, ist das ein kleines, aber handfestes Stück Infrastruktur für den Naturschutz.
Sollte sich das Modell bewähren, könnte es Vorbild für andere Gemeinden werden, in denen Straßen mitten durch die Wanderwege von Amphibien verlaufen – ein häufiges, aber oft unsichtbares Problem überall dort, wo Straßenbau auf Wildtierkorridore trifft.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„In einer US-Kleinstadt tragen Freiwillige nachts Salamander über die Straße – jetzt bauen sie stattdessen Tunnel, die das dauerhaft übernehmen."
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