Verschollene Vogelart im Kongo wiederentdeckt
Nach über 70 Jahren gelangen erstmals gute Fotos des Schwarzzügelastrilds im Upemba-Nationalpark.

Der Schwarzzügelastrild (Estrilda nigriloris) ist ein kleiner, farbenfroher Fink, der nur in einem kleinen Gebiet im Südosten der Demokratischen Republik Kongo vorkommt. Über 70 Jahre lang galt die Art als verschollen – bis Manuel Weber von der Universität Wageningen sie im September 2023 wiederentdeckte. Damals gelang ihm nur ein unscharfes Foto, doch 2025 konnte er bei weiteren Nachforschungen endlich gute Bilder der scheuen Vögel machen.
Die Tiere leben vor allem in den Feuchtgebieten der Kamalondo-Senke, einem Sumpfgebiet mit vielen Seen. Ein Teil dieses Gebiets liegt im Upemba-Nationalpark, der rund eine Million Hektar groß ist. Der Park beherbergt nicht nur die letzten Zebras des Landes, sondern auch die vom Aussterben bedrohte Upemba-Litschi (Kobus anselli), eine Antilopenart, von der 2025 erstmals ein Exemplar fotografiert wurde.
Weber schätzt den Bestand der Schwarzzügelastrilde auf mehrere Zehntausend Tiere – eine überraschend hohe Zahl für eine so lange verschollene Art. Die Upemba-Litschi dagegen ist mit maximal 100 Tieren extrem selten. Beide Arten sind bedroht: Wilderei, Feuer und die Zerstörung der Papyrus-Sümpfe setzen ihnen zu. Zudem ist die Sicherheitslage rund um den Park angespannt – Milizen haben bereits das örtliche Hauptquartier angegriffen und mehrere Ranger getötet.
Die Wiederentdeckung zeigt, dass selbst in konfliktreichen Regionen seltene Arten überleben können – und wie wichtig Schutzgebiete wie der Upemba-Nationalpark sind. Doch ohne besseren Schutz könnten beide Arten bald für immer verschwinden.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor: Ein Vogel, den 70 Jahre niemand gesehen hat, taucht plötzlich wieder auf – und jetzt gibt es sogar Fotos!"
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