Vertriebene Familien schützen jetzt den Regenwald im Kongo
Nach Jahrzehnten des Konflikts verwalten Gemeinden 29.000 Hektar Wald – mit Erfolg für Mensch und Tier.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo liegt der Maiko-Nationalpark – ein Schutzgebiet, das in den 1970er Jahren geschaffen wurde. Damals wurden Familien gewaltsam umgesiedelt, um Platz für den Park zu machen. Die Folgen waren verheerend: Die vertriebenen Gemeinschaften, die seit Generationen vom Wald lebten, durften plötzlich keinen Fuß mehr in ihr angestammtes Gebiet setzen. Parkranger patrouillierten, verboten die Jagd und das Sammeln von Früchten. „Sie verboten den Menschen, Fleisch zu essen, obwohl diese Gemeinschaften seit Generationen davon lebten“, erzählt Gangala Yafali Mangusa Jr., ein Nachkomme einer vertriebenen Familie.
Doch heute hat sich das Blatt gewendet. Mangusa Jr. leitet die Bamasobha Local Community Forest Concession (CFCL) – ein 29.000 Hektar großes Waldschutzgebiet, das von der Gemeinschaft selbst verwaltet wird. Unterstützt von der Organisation PREPPYG (Peasants' Association for the Rehabilitation and Protection of Pygmies) haben die Gemeinden 2023 einen Managementplan entwickelt. Dieser teilt das Gebiet in Zonen: In manchen darf nachhaltig gejagt und Holz geschlagen werden, andere bleiben als Schutzgebiete für Tiere wie den östlichen Flachlandgorilla, Waldelefanten und Schimpansen völlig unberührt.
Die Wirkung ist messbar: Satellitendaten von Global Forest Watch zeigen, dass die Waldzerstörung in der Bamasobha-Konzession zurückgeht. Gleichzeitig patrouillieren Teams der Gemeinschaft, um illegale Jagd, Holzeinschlag und Bergbau zu unterbinden. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie Naturschutz gelingen kann, wenn die Menschen vor Ort nicht länger als Feinde, sondern als Partner betrachtet werden. Statt Vertreibung und Konflikt setzt man auf Zusammenarbeit – und die Natur profitiert ebenso wie die Menschen.
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