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Vier seltene Bongos aus Europa in Kenia gelandet

Internationale Zuchtkooperation bringt Afrikas seltenste Antilopenart zurück an den Mount Kenya

Hintergrund

Der Bergbongo (Tragelaphus eurycerus isaaci) ist die seltenste Antilopenart Afrikas. Mit weniger als 50 Tieren in freier Wildbahn gilt er als akut vom Aussterben bedroht. Die Ursachen sind vielfältig: Wilderei, Lebensraumverlust durch Abholzung, Krankheiten und die zunehmende Fragmentierung ihres natürlichen Verbreitungsgebiets. Die Art kommt ausschließlich in den Bergwäldern Kenias vor, insbesondere am Mount Kenya.

Seit 2004 betreibt das Mount Kenya Wildlife Conservancy ein Zucht- und Auswilderungsprogramm. Damals startete man mit 18 Tieren, die bereits vor Ort waren, und weiteren 18 Individuen aus US-amerikanischen Zoos. Heute leben über 100 Bergbongos in den Schutzeinrichtungen der Organisation – mehr als 20 davon wurden bereits in das 2022 eingerichtete Mawingu-Schutzgebiet im Mount-Kenya-Waldreservat entlassen.

Was ist passiert

Am 28. April 2025 landeten vier männliche Bergbongos aus europäischen Zoos in Kenia. Die Tiere wurden im Rahmen eines internationalen Zuchtprogramms unter der Koordination des Chester Zoos in Großbritannien gezüchtet. Nach einer strengen tierärztlichen Untersuchung im Safari Park Dvůr Králové in Tschechien reisten sie per KLM-Frachtflug über 4.000 Kilometer nach Nairobi. Bei einer offiziellen Zeremonie wurden sie von Kenias Kabinettssekretär für Tourismus und Wildtiere sowie dem Direktor der Kenya Wildlife Services begrüßt.

Die vier Männchen sollen die genetische Vielfalt der bestehenden Population stärken. „Unser Fokus liegt nicht nur auf der Steigerung der Zahlen, sondern auf der Wiederherstellung funktionsfähiger Populationen, die in sicheren Lebensräumen eigenständig überleben können“, sagte Dr. Erustus Kanga, Generaldirektor der Kenya Wildlife Services. Die Tiere werden zunächst in die bestehende Herde integriert, um die Zuchtkapazität zu erhöhen.

Warum das wichtig ist

Diese Translokation ist ein Paradebeispiel für erfolgreichen internationalen Artenschutz. Während viele Arten durch menschliche Aktivitäten weiter zurückgedrängt werden, zeigt das Bongo-Projekt, dass koordinierte Maßnahmen Wirkung zeigen können. Die Zusammenarbeit zwischen europäischen Zoos, der kenianischen Regierung und lokalen Schutzgebieten schafft eine Blaupause für andere bedrohte Arten.

Die genetische Anreicherung ist entscheidend: Kleine Populationen leiden oft unter Inzucht, was die Anfälligkeit für Krankheiten und Fortpflanzungsprobleme erhöht. Die vier neuen Männchen bringen frisches Erbgut mit, das die langfristige Überlebensfähigkeit der Herde sichert. „Diese vier männlichen Bongos werden die bestehende Population von über 100 Individuen verstärken und die Zuchtkapazität erweitern“, erklärte ein Sprecher des Mount Kenya Wildlife Conservancy.

Ausblick

Das Mawingu-Schutzgebiet, das 2022 innerhalb des Mount-Kenya-Waldreservats eingerichtet wurde, dient als Brücke zwischen Zucht und vollständiger Auswilderung. Es bietet einen sicheren, aber natürlichen Lebensraum, in dem die Tiere sich an die Bedingungen in freier Wildbahn gewöhnen können. Langfristig sollen die Bongos in die angrenzenden Nationalparks entlassen werden.

Der Erfolg des Programms ist nicht selbstverständlich: Seit 2004 hat das Conservancy die Population fast verdoppelt. Mit den vier neuen Tieren wächst die genetische Basis weiter. Für Artenschutzorganisationen weltweit ist das Projekt ein Beleg dafür, dass selbst stark bedrohte Arten eine zweite Chance verdienen – wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Weißt du, dass vier Bongos aus Europa nach Kenia geflogen sind, um ihre Art zu retten? Das ist mal ein echter Artenschutz-Erfolg!"

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