Kinder-Wachstumsstörung weltweit stark zurückgegangen
Japan senkte Rate von 70% auf 5% – sauberes Wasser und Ernährung waren Schlüssel

Weltweit leidet jedes vierte Kind unter fünf Jahren an Wachstumsstörung – das sind rund 150 Millionen Kinder. Ein Kind gilt als wachstumsgestört, wenn es für sein Alter zu klein ist, was auf chronische Mangelernährung und häufige Infektionen zurückgeht. Die Folgen sind nicht nur körperlich: Die Entwicklung des Gehirns wird beeinträchtigt, und die Einschränkungen können ein Leben lang anhalten. Bisher hatten Forscher nur Daten aus den 1990er Jahren, doch ein Team um Eric Schneider hat nun historische Aufzeichnungen aus über hundert Jahren zusammengetragen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Rate in vielen Ländern im 20. Jahrhundert drastisch gefallen ist – von über 70% in Japan auf unter 5% heute. Besonders aufschlussreich ist der japanische Weg: Vor dem Zweiten Weltkrieg sank die Rate moderat, vor allem durch den Kampf gegen Infektionskrankheiten. In Tokio stieg der Anteil der Haushalte mit Zugang zu sauberem Wasser von 30% im Jahr 1920 auf 80% Mitte der 1930er Jahre – das erklärte 30 bis 40 Prozent des Rückgangs der Kindersterblichkeit. Während des Krieges stieg die Rate kurzzeitig wieder an, weil die Nahrungsmittelknappheit extrem wurde: 1945 aßen die meisten Kinder in Tokio nur eine Mahlzeit pro Tag oder weniger. Doch nach dem Krieg beschleunigte sich der Fortschritt: Die Rate sank um durchschnittlich 2,2 Prozentpunkte pro Jahr, fast dreimal so schnell wie zuvor. Japan bekämpfte nun gleichzeitig Krankheiten und Mangelernährung – mit sauberem Wasser, Sanitäranlagen, Entwurmungsprogrammen in Schulen und einer besseren Nahrungsversorgung. Das Land, das einst als „Paradies der Parasiten“ galt, eliminierte Wurminfektionen und Malaria fast vollständig. Die Daten zeigen auch, dass Kinder, die während des Krieges wachstumsgestört waren, später aufholen konnten – wenn die Bedingungen sich verbesserten. Das bedeutet: Prävention ist zwar günstiger und besser, aber auch spätere Maßnahmen können noch helfen. Für Länder wie Burundi oder Osttimor, deren heutige Raten denen Japans in den 1920er Jahren entsprechen, liegt die Lehre auf der Hand: Der Ausbau von sauberem Wasser und sanitären Anlagen ist der erste und wirksamste Schritt. Japans Geschichte beweist, dass hohe Raten kein Schicksal sind – sondern durch entschlossene Investitionen in die Grundlagen der Gesundheit überwunden werden können.
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„Japan senkte die Rate von 70% auf 5% – sauberes Wasser und Ernährung haben das geschafft. Krass, oder?"
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