Warnung 14 Minuten vor der Flut rettet 900 Schulkinder in Nepal
Ein Buchhalter erkannte die Gefahr als Erster und rief die Schule leer, bevor die Flutwelle das Gebäude wegriss.

Um kurz vor der Unterrichtszeit klingelt am Telefon der Schule in der nepalesischen Stadt Bidur ein Anruf, der über Leben und Tod von 900 Menschen entscheidet. Ein Freund aus einer Stadt flussaufwärts warnt den Buchhalter der Tribhuvan-Trishuli-Sekundarschule: Ein Gletscher am Berg Langtang Lirung ist eingebrochen und hat eine Flutwelle ausgelöst.
Das gleiche Problem kennt auch Deutschland. Im Ahrtal starben 2021 über hundert Menschen in einer Flutnacht, für die es keine rechtzeitige Warnung gab. In Bidur genügten vierzehn Minuten, um genau das zu verhindern.
Der Buchhalter rennt durch die Klassenzimmer und schreit die Warnung hinaus. Schulleiter Rajendra Dawadi organisiert in Sekunden die Evakuierung, ruft ankommende Schulbusse zurück, mobilisiert Eltern, Lehrer und Nachbarn mit Autos und Motorrädern. Die Schule liegt auf einer Landzunge am Fluss Trishuli, der einzige Fluchtweg führt über eine neu gebaute Brücke auf höheres Land.
14 Minuten bleiben zwischen der Warnung und der Ankunft der Flut, dann erreicht die Wasserwand mit Geröll und Eis das Gelände. Der letzte Bus überquert die Brücke, kurz danach reißt die Flut das gesamte Schulgebäude fort.
Alle 900 Schülerinnen und Schüler sowie 16 Lehrkräfte überleben. Während dieselbe Flutkatastrophe an der Grenze zu Tibet andernorts hunderte Menschenleben forderte, verhinderten an diesem Ort zwei aufmerksame Menschen und 14 Minuten Vorwarnzeit eine Katastrophe.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„14 Minuten Vorwarnung retteten in Nepal eine ganze Schule"
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