Weißer Wasserstoff in Kanada entdeckt – saubere Energie unter Minen
Natürlicher Wasserstoff aus Gestein könnte Minen und Gemeinden mit günstiger, emissionsfreier Energie versorgen.

Wasserstoff gilt als Hoffnungsträger für eine saubere Energiezukunft – doch bisher wird er meist aufwendig aus Erdgas oder Kohle gewonnen, was klimaschädliches CO₂ freisetzt. In Kanada haben Wissenschaftler nun eine natürliche Quelle entdeckt: sogenannten „weißen Wasserstoff“, der tief im Gestein durch chemische Reaktionen zwischen Gestein und Grundwasser entsteht.
Ein Team der University of Toronto untersuchte ein aktives Goldbergwerk nahe Timmins in Ontario. Dabei stellten sie fest, dass Bohrlöcher im Gestein jährlich etwa 8 Kilogramm Wasserstoffgas freisetzen – und das über mindestens ein Jahrzehnt hinweg. Hochgerechnet auf die rund 15.000 Bohrlöcher des Standorts ergibt sich eine Menge von über 140 Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Das reicht, um umgerechnet mehr als 400 Haushalte mit Strom zu versorgen.
Parallel dazu bohrte das Unternehmen MAX Power in Saskatchewan gezielt nach natürlichem Wasserstoff – ein Novum, denn bisher wurden alle bekannten Vorkommen zufällig entdeckt. In 1,2 Kilometern Tiefe stießen sie auf eine Gesteinsschicht mit 28 Prozent Wasserstoffgehalt. Das Gas enthielt zudem wertvolles Helium und keinerlei giftigen Schwefelwasserstoff. „Lawson ist kein Konzept mehr – es ist ein entdecktes geologisches System mit Gasfluss und Druck“, sagte MAX-Power-CEO Ran Narayanasamy.
Die Bedeutung dieser Entdeckung liegt in der Struktur: Natürlicher Wasserstoff entsteht genau dort, wo auch Kanadas Nickel-, Kupfer- und Diamantvorkommen liegen. Minen könnten ihn direkt vor Ort nutzen, ohne teure Transportwege. Auch abgelegene Gemeinden im Norden, die bisher auf teure Dieselimporte angewiesen sind, könnten profitieren. „Kanada hat das Glück, dass große Teile seines Territoriums die richtigen Gesteine für natürlichen Wasserstoff enthalten“, sagt Professorin Barbara Sherwood Lollar von der University of Toronto.
Weltweit gibt es erst zwei vergleichbare Anlagen: eine in Frankreich und eine in Mali, wo seit über zehn Jahren ein Dorf mit natürlichem Wasserstoff versorgt wird. Die kanadischen Forscher sind überzeugt, dass ähnliche Vorkommen auch in anderen Ländern existieren. „Wir haben jetzt ein besseres Verständnis für die wirtschaftliche Rentabilität dieser Ressource“, so Lollar. Der nächste Schritt ist die kommerzielle Erschließung – doch die ersten Ergebnisse zeigen: Der weiße Wasserstoff ist keine Utopie mehr, sondern eine greifbare Chance.
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„Stell dir vor: Wasserstoff, der einfach aus dem Boden strömt – sauber, günstig und direkt unter unseren Füßen. Genau das wurde in Kanada gefunden."
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