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WHO fordert mehr Neugeborenen-Screenings weltweit

Früherkennung von Geburtsfehlern kann Millionen Kinder retten – doch viele Länder haben noch keine Tests.

23. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: WHO News

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen dringenden Appell an alle Länder gerichtet: Sie sollen die Untersuchung von Neugeborenen auf angeborene Fehlbildungen massiv ausbauen. Denn viele dieser sogenannten Geburtsfehler – also körperliche oder stoffwechselbedingte Schäden, mit denen ein Kind zur Welt kommt – lassen sich heute erfolgreich behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Dazu gehören unter anderem die angeborene Schilddrüsenunterfunktion, die Sichelzellkrankheit, Hörstörungen und bestimmte Stoffwechselerkrankungen. Doch Millionen Kinder werden nach wie vor zu spät diagnostiziert oder erhalten gar keine Behandlung.

Laut einem neuen WHO-Bericht kommen jedes Jahr schätzungsweise 8 Millionen Babys mit einem Geburtsfehler zur Welt. Diese Fehlbildungen sind inzwischen für fast 8 Prozent aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich. Besonders betroffen sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen: Rund 90 Prozent der Kinder mit schweren Geburtsfehlern leben dort, wo der Zugang zu Screening, Diagnose und Behandlung stark eingeschränkt ist.

„Kein Kind sollte die Chance auf eine gesunde Zukunft verlieren, nur weil eine angeborene Erkrankung nicht früh genug erkannt wurde“, sagte WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Rund um den Globus zeigen Länder, dass Neugeborenen-Screenings für eine oder mehrere Erkrankungen Leben retten, Behinderungen verhindern und einem Neugeborenen die beste Chance geben können, sein volles Potenzial zu entfalten.“

Der Bericht zeigt auch, dass der Anteil der Todesfälle durch Geburtsfehler in vielen Regionen steigt – paradoxerweise ein Zeichen von Fortschritt: Weil immer mehr Kinder andere Krankheiten wie Infektionen überleben, rücken die angeborenen Leiden stärker in den Fokus. In Subsahara-Afrika stieg der Anteil der unter-Fünf-Sterbefälle durch Geburtsfehler von 1 Prozent im Jahr 2000 auf 4 Prozent im Jahr 2023, in Südasien von 3 auf 11 Prozent.

Die WHO will Regierungen, vor allem in ärmeren Ländern, dabei unterstützen, die für ihr Land wichtigsten Erkrankungen für ein Screening auszuwählen. Der Bericht stellt mehrere erfolgreiche Beispiele vor: In Argentinien wurden die Screenings auf nahezu alle Neugeborenen ausgeweitet. Brasilien testet flächendeckend auf mehrere lebensbedrohliche Erkrankungen. In Indien wurden in drei Jahren über 28 Millionen Kinder untersucht, bei rund 900.000 wurde ein Geburtsfehler festgestellt – sie erhielten Diagnose, Behandlung und langfristige Betreuung. Die Philippinen starteten ein Pilotprojekt in 24 Krankenhäusern und screenen heute landesweit in über 7.000 Einrichtungen auf 29 Erkrankungen. Sri Lanka integriert die Tests in die Routineversorgung und erreicht rund 80 Prozent der Neugeborenen. Und Uganda hat ein staatliches Programm für Sichelzellkrankheit in besonders betroffenen Gebieten gestartet.

Die WHO fordert die Regierungen auf, Neugeborenen-Screenings, Diagnose und Behandlung in die regulären Gesundheitsdienste und die allgemeine Gesundheitsversorgung zu integrieren – beginnend mit den Erkrankungen, die im jeweiligen Land Priorität haben und die im Gesundheitssystem effektiv erkannt und behandelt werden können. Der Bericht entstand nach einer globalen Konsultation mit Regierungsvertretern, Fachleuten, Klinikern, Forschern, Berufsverbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und betroffenen Familien.

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„Stell dir vor, ein einfacher Test direkt nach der Geburt könnte dein Kind vor lebenslangen Behinderungen schützen. Genau das fordern jetzt die WHO und viele Länder."

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