WHO-Staaten beschließen 20 Gesundheitsreformen
Neue Regeln für ethische Anwerbung von Pflegekräften und eine Wirtschaftsstrategie, die Gesundheit ins Zentrum stellt.

In Genf tagte diese Woche die 79. Weltgesundheitsversammlung – das höchste Entscheidungsgremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die 194 Mitgliedsstaaten verabschiedeten mehr als 20 Entscheidungen und 13 Resolutionen zu Themen wie Schlaganfall, Lebererkrankungen, Tuberkulose, Antibiotikaresistenzen, Notfallversorgung und Strahlenschutz.
Ein zentraler Beschluss betrifft den WHO-Verhaltenskodex zur internationalen Anwerbung von Gesundheitspersonal. Dieser wurde erstmals seit 16 Jahren aktualisiert. Die neuen Regeln sollen verhindern, dass reiche Länder systematisch Pflegekräfte und Ärzte aus armen Ländern abwerben – ein Problem, das dort zu gravierenden Versorgungslücken führt. Künftig müssen auch Pflegekräfte, die im Ausland angeworben werden, geschützt werden, und die Herkunftsländer sollen fair an den Vorteilen beteiligt werden.
Ein weiterer Meilenstein ist die Verabschiedung der „Strategie zur Ökonomie der Gesundheit für alle“ für die Jahre 2026 bis 2030. Sie stellt die Gesundheit der Menschen ins Zentrum der Wirtschaftspolitik. Bisher galten Gesundheitsausgaben oft als Kostenfaktor; die neue Strategie betont, dass gesunde Menschen die Grundlage für wirtschaftlichen Wohlstand sind. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, Gesundheit systematisch in Steuer-, Industrie- und Finanzpolitik zu integrieren.
Erstmals verabschiedete die Versammlung auch eine Resolution zu Strahlung und Gesundheit. Sie erkennt an, dass sowohl natürliche Strahlung (wie UV-Licht und Radon) als auch medizinische Strahlung (wie Röntgen) Gesundheitsrisiken bergen – und dass diese bisher oft getrennt betrachtet wurden. Die Länder wollen nun ihre Schutzsysteme verbessern, die Überwachung ausbauen und die Öffentlichkeit besser informieren.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte zum Abschluss: „Jede Resolution, die Sie verabschieden, jeder Vertrag, den Sie schließen, hat nur dann einen Wert, wenn er verändert, was in einer Klinik, in einer Gemeinde oder in einem Haushalt passiert.“ Die Umsetzung der Beschlüsse wird in den kommenden Jahren überprüft – der nächste Bericht zur Strahlenschutz-Resolution ist für 2028 vorgesehen.
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„Die WHO hat gerade beschlossen, dass Gesundheit nicht nur ein Kostenfaktor ist, sondern das Herz der Wirtschaft. Das könnte alles ändern."
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