Wildbrücken retten Tiere und Menschenleben
Wildtier-Querungen reduzieren Unfälle um bis zu 90% und sparen Milliarden.

Straßen sind für Wildtiere oft tödliche Fallen und unüberwindbare Barrieren. Sie zerschneiden die Landschaften, die Tiere zum Überleben brauchen. Doch Ökologen und Ingenieure arbeiten daran, die Wildnis wieder zu verbinden – mit speziellen Wildtierquerungen. Dazu gehören Unterführungen und massive Überführungen, die zusammen mit Zäunen am Straßenrand Tiere sicher leiten. Der US-Bundesstaat Colorado hat kürzlich eine 61 Meter breite Überführung nahe der Stadt Greenland fertiggestellt – eine der größten der Welt. Sie soll die Zahl der Wildunfälle auf einem kritischen Abschnitt des Interstate 25, einer der verkehrsreichsten Autobahnen im Westen der USA, um 90 Prozent senken.
Auch in Kalifornien entsteht derzeit die Wallis Annenberg Wildlife Crossing, die es Pumas ermöglichen wird, die zehnspurige Autobahn US 101 sicher zu überqueren. „Es gibt wirklich keine Frage mehr, dass diese Dinge Populationen helfen können“, sagt Mike Sawaya, ein Forscher, der Grizzlybären und Wildtierquerungen im Banff-Nationalpark in Kanada untersucht. Die Motivation für diese Projekte ist nicht nur der Artenschutz, sondern auch die öffentliche Sicherheit und die Wirtschaft. Zusammenstöße mit Weißwedelhirschen töten in den USA jedes Jahr etwa 440 Autofahrer. Unfälle mit großen Tieren kosten die US-Wirtschaft jährlich mehr als zehn Milliarden Dollar.
Auch andere Länder setzen auf solche Querungen. Eine Bergstraße in Kroatien gilt als eine der durchlässigsten Straßen der Welt. Indien entwickelt sogenannte „rote Straßen“, die die Geschwindigkeit in Wildtierzonen reduzieren, ohne abruptes Bremsen oder Unbehagen für den Fahrer. In Sri Lanka werden preiswerte Seilbrücken gebaut. Die Idee verbreitet sich weltweit – und rettet dabei sowohl Tier- als auch Menschenleben.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Stell dir vor: Eine Brücke nur für Tiere, die auch Menschenleben rettet. Genau das gibt es jetzt in Colorado."
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