Wissenschaftler kämpft öffentlich für mRNA-Forschung
Jeff Coller schrieb neun Gastbeiträge und gab 80 Interviews, um Fehlinformationen zu korrigieren.

Jeff Coller, ein führender RNA-Biologe an der Johns Hopkins Universität, saß frustriert in seinem Auto. Die US-Regierung hatte gerade mehrere Fördergelder für die mRNA-Forschung gestrichen und die Technologie als unsicher bezeichnet. Coller, der sein ganzes Berufsleben mit mRNA gearbeitet hat, wusste: Das war ein schwerer Fehler. mRNA – das steht für Boten-RNA – ist ein Molekül, das Zellen als Bauanleitung für Proteine dient. Es ist die Grundlage der hochwirksamen Corona-Impfstoffe und könnte künftig auch Krebs, seltene Erbkrankheiten oder Autoimmunerkrankungen behandeln.
Auf der einstündigen Fahrt zur Arbeit diktierte Coller eine Meinungskolumne ins Handy. Wenige Tage später erschien sie im Wall Street Journal unter dem Titel „RFK Jr.s gefährlicher Angriff auf die mRNA-Forschung“. Es war der Beginn einer beispiellosen öffentlichen Offensive. Seither hat Coller acht weitere Gastbeiträge veröffentlicht – unter anderem in der New York Times, bei CNBC und Fortune. Er gab 80 Medieninterviews, war in Fernsehen, Radio und Podcasts zu Gast und suchte das Gespräch mit Politikern in Washington.
Besonders stolz ist Coller auf einen Beitrag in der New York Times vom April, der die Überschrift trug: „Das könnte die wichtigste medizinische Geschichte des Jahrzehnts sein“. Darin erklärte er, wie mRNA seltene Krankheiten heilen könnte. Nach der Veröffentlichung erreichten ihn zahlreiche Briefe von betroffenen Familien – einer war handgeschrieben. Auch auf LinkedIn ist Coller aktiv, teilt eigene Texte und andere Geschichten über die Kraft der Forschung. Er hofft, dass seine Stimme Teil eines größeren Trommelwirbels wird, der die Wissenschaft verteidigt.
„Die Öffentlichkeit sorgt sich um die Preise von Benzin und Eiern. Sie sieht nicht jeden Tag, was Wissenschaft bringt“, sagt Coller. „Man kann nicht einfach sagen, dass sie das tun sollte. Man muss erklären, warum die Forschung an etwas so Abstraktem wie einer Fruchtfliege oder einem Wurm zu neuen Therapien führen kann – oder zu einer Revolution in der Behandlung von Fettleibigkeit oder Krebs.“ Sein Einsatz zeigt, wie Wissenschaftler aktiv gegen Falschinformationen vorgehen und das Vertrauen in lebensrettende Forschung stärken können.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Ein Wissenschaftler schrieb neun Gastbeiträge und gab 80 Interviews – alles, um mRNA zu verteidigen. Das hat mich echt beeindruckt."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus wissenschaft
KI-Impfstoff gegen Coronaviren besteht ersten Test am Menschen
Ein von KI entwickelter Impfstoff wirkt gegen mehrere Coronaviren gleichzeitig – und schützt sogar vor noch unbekannten Varianten.
Über 1.000 unbekannte Korallenriffe vor Australien entdeckt
Satellitenbild-Überlagerung enthüllt tausende Riffe in trüben Gewässern Nordaustraliens
KI warnt Badegäste an der Ostsee vor gefährlichen Vibrionen
Frühwarnsystem sagt Bakterien bis zu fünf Wochen im Voraus voraus – basierend auf 1.500 Wasserproben