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wissenschaft Vereinigtes Königreich · GB

7,4 Mio. Pflanzen- und Pilzproben digitalisiert

Kew Gardens macht 7,4 Mio. Proben online zugänglich – KI hilft bei Artenschutz und Wirkstoffsuche.

Die Royal Botanic Gardens in Kew, einem Stadtteil von London, besitzen eine der größten Pflanzensammlungen der Welt. Seit der Zeit von Charles Darwin haben Wissenschaftler dort Blätter, Samen, Blüten und Pilze gesammelt und gepresst – insgesamt 7,4 Millionen Exemplare. Bislang lagerten diese Schätze in Schränken und waren nur für Fachleute vor Ort zugänglich. Das hat sich nun grundlegend geändert.

In einem jahrelangen Kraftakt hat das Team jedes einzelne Stück eingescannt und mit Metadaten versehen. Die digitalen Aufnahmen sind so detailliert, dass künstliche Intelligenz (KI) darauf winzige Unterschiede erkennen kann – etwa zwischen zwei Moosarten, die für das menschliche Auge nahezu identisch aussehen. „Wir können KI nutzen, um die Informationen zu heben, die in diesen jahrhundertealten Proben stecken“, sagt Alexandre Antonelli, Wissenschaftsdirektor von Kew. „Damit können wir neue Arten entdecken und auch herausfinden, welche Pflanzen bereits ausgestorben sind.“

Die Bedeutung dieser Arbeit reicht weit über die Botanik hinaus. Viele unserer wichtigsten Medikamente stammen aus Pflanzen oder Pilzen – Penicillin und Statine sind nur zwei Beispiele. Schätzungen zufolge sind mindestens 300.000 bekannte Pflanzenarten kaum erforscht, und es gibt vermutlich 100.000 weitere Pflanzen sowie 2 Millionen Pilzarten, die noch gar nicht beschrieben sind. Jede von ihnen könnte genetische Geheimnisse bergen, die die Landwirtschaft, Medizin oder Materialforschung revolutionieren.

Die Digitalisierung hilft auch dabei, Umweltveränderungen zu dokumentieren. So zeigen die Daten etwa, dass Blumen weltweit immer früher blühen – ein deutliches Zeichen für den Klimawandel. Zudem lassen sich die digitalen Proben mit Umwelt-DNA-Analysen kombinieren, einer Methode, die Arten anhand von Spuren im Wasser oder Boden nachweist. Das ist besonders wertvoll für schwer zu findende Pilze, die nur selten Fruchtkörper bilden.

Kews Archiv ist Teil eines internationalen Netzwerks. Insgesamt sind bereits 145 Millionen Pflanzen-, Tier- und Pilzproben online verfügbar – für jeden Menschen mit Internetzugang kostenlos. „Das demokratisiert das Wissen“, sagt Antonelli. „Jeder kann darauf zugreifen, egal ob Forscher in Kenia oder ein Schüler in Brasilien.“

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: 7,4 Millionen Pflanzen- und Pilzproben sind jetzt online – kostenlos für alle. KI sucht darin nach neuen Medikamenten und rettet Arten."

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