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Wissenschaftler züchten hitzeresistente Algen, um Kelpwälder zu retten

Kelpwälder schrumpfen doppelt so schnell wie Korallenriffe – neue Züchtungen und KI helfen bei der Wiederansiedlung.

Beat: Klima & Energie · Fachquelle
21. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Grist

Vor der Küste von British Columbia tauchen Freiwillige der Haida-Nation nach violetten Seeigeln – mitten in einem dichten Wald aus goldbraunen Kelp-Algen. Kelpwälder sind Hotspots der Artenvielfalt: Sie beherbergen unzählige Schwämme, Krebse und Fische, schützen die Küste vor Erosion und binden CO₂. Doch diese Unterwasserwälder sterben rapide – doppelt so schnell wie Korallenriffe und viermal schneller als tropische Regenwälder. Schuld sind unter anderem die Erwärmung der Ozeane, aber auch Überfischung und eine explosionsartige Vermehrung von Seeigeln, die die Algen abweiden.

Eine Studie von 2023 zeigt, dass die Klimaschutzwirkung von Kelp bisher „grob unterschätzt“ wurde, so Albert Pessarrodona von der University of Western Australia. Kelp wächst extrem schnell und nimmt pro Fläche genauso viel Kohlenstoff auf wie tropische Regenwälder. Allerdings wird ein Großteil des gebundenen Kohlenstoffs von Fischen gefressen und wieder ausgeschieden – nur ein kleiner Teil sinkt in die Tiefsee, wo er für Jahrhunderte gespeichert bleibt. „Leider kann übermäßige Erwärmung Kelp abtöten oder sein Wachstum stark einschränken“, warnt Pessarrodona.

Um dem entgegenzuwirken, züchten Wissenschaftler weltweit neue Kelp-Sorten, die besser mit Wärme zurechtkommen. Das Scripps Institution of Oceanography und der San Diego Zoo nutzen Künstliche Intelligenz, um Kelp-Ökosysteme digital nachzubilden und ihre Verwundbarkeit zu testen. Eine Genbank soll widerstandsfähige Varianten für die Wiederansiedlung bewahren. Auch in China und Australien laufen ähnliche Projekte.

In Australien arbeitet Scott Breschkin von der Naturschutzorganisation The Nature Conservancy daran, Seeigel zu entfernen und Kelp neu anzupflanzen. Vor der Küste Kaliforniens haben Hitzewellen wie „the Blob“ 2013–2015 die Kelp-Bestände um 95 Prozent dezimiert. Seitdem sind die Wassertemperaturen nie wieder unter 14 Grad Celsius gefallen – eine kritische Grenze für das Algenwachstum. „Kelpwälder sind Kinderstuben für wirtschaftlich wichtige Fischarten wie Kabeljau und bieten Lebensraum für tausende Arten“, sagt Jono Wilson, ebenfalls von der Nature Conservancy. Der wirtschaftliche Wert der Kelpwälder Kaliforniens wird auf 250 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt.

Neben der direkten Bekämpfung von Seeigeln setzen Forscher auf natürliche Feinde: den Sonnenblumen-Seestern, der Seeigel frisst, und den Seeotter. Seesterne wurden durch eine Seuche dezimiert, doch Wissenschaftler haben den Erreger identifiziert und hoffen, resistente Tiere züchten zu können. Seeotter, die im 19. Jahrhundert fast ausgerottet wurden, werden seit den 1980er Jahren wieder angesiedelt – mit Erfolg. Die Kombination aus Züchtung, KI-Überwachung und Wiederansiedlung von Räubern gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Kelpwälder eine Zukunft haben.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Kelpwälder sterben doppelt so schnell wie Korallenriffe – aber Forscher züchten jetzt hitzeresistente Algen und setzen KI ein, um sie zu retten."

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