30 misshandelte Belugawale bekommen ein neues Zuhause
Nach dem Ende eines Parks mit jahrelangen Missbrauchsvorwürfen ziehen 30 Belugawale in neue Aquarien in den USA und Spanien.

Der kanadische Freizeitpark Marineland in Ontario galt jahrzehntelang als einer der bekanntesten Fälle von institutionellem Tiermissbrauch in der westlichen Welt. Nach unzähligen Vorwürfen, Untersuchungen und Gerichtsverfahren musste die Provinz Ontario den Park schließlich schließen. Für die 30 dort gehaltenen Belugawale, die zu lange in Gefangenschaft gelebt hatten, um in die Wildnis entlassen zu werden, war lange unklar, was aus ihnen werden sollte. Marineland hatte kein Geld mehr, um die Tiere zu versorgen, und drohte sogar mit der Einschläferung, sollte Kanada keine Genehmigung für ihre Verlegung erteilen – nachdem ein früherer Versuch, die Wale nach China zu schicken, gescheitert war.
Jetzt haben sowohl die US-Meeresbehörde NOAA als auch das kanadische Ministerium für Fischerei und Ozeane die entsprechenden Genehmigungen erteilt. 28 der Wale sollen auf vier US-amerikanische Aquarien verteilt werden, während spanische Behörden die Genehmigung für die letzten beiden Tiere prüfen, die ins Oceanogràfic València ziehen sollen, wo bereits Belugawale leben. Die ersten vier Wale, alle weiblich und im Alter von 21, 26 und 27 Jahren, wurden per Kran aus ihrem Becken gehoben, auf spezielle Tragen aus Stoff gelegt und in gekühlten Wasserbehältern per Lkw zum Flughafen gebracht. Von dort flog sie ein Frachtflugzeug der Qatar Airways vom Typ Boeing 777 sicher zum Flughafen O'Hare nach Chicago.
Im Shedd Aquarium angekommen, werden die Tiere im Abbott Oceanarium nun medizinisch untersucht und betreut. „Der Umzug von Tieren wie Belugawalen ist selbst unter besten Bedingungen eine Herausforderung", sagte Dan Ashe, Präsident der Vereinigung der Zoos und Aquarien, die den Transport organisierte. Die leitende Tierärztin des Shedd Aquariums, Dr. Karisa Tang, betonte, dass nun die volle Aufmerksamkeit der Pflege- und Tierärzteteams darauf liege, die Wale kennenzulernen und ihnen beim Eingewöhnen zu helfen. Charlie Jacobsma, der die Verhaltensforschung der Tiere leitet, berichtete, das Team beobachte genau, ob die Wale normal fressen, sich untereinander sozial verhalten und ihr neues Habitat erkunden – alles ermutigende erste Anzeichen.
Das Shedd Aquarium hätte nach eigenen Angaben Platz für bis zu sechs weitere Belugawale, will sich aber zunächst voll auf die Betreuung der vier bereits angekommenen Tiere konzentrieren. Auch das Georgia Aquarium sowie zwei SeaWorld-Standorte in San Diego und San Antonio bereiten sich darauf vor, weitere der geretteten Wale aufzunehmen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„30 Belugawale aus einem Park mit jahrelangen Missbrauchsvorwürfen wurden gerettet – die ersten vier sind schon sicher in Chicago angekommen."
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