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Seltener Ameisenbeutler in Australien: Bestand wächst von 300 auf 3.000

Nach 40 Jahren Schutzarbeit gilt der einst fast ausgestorbene Ameisenbeutler nicht mehr als stark gefährdet.

In den späten 1970er-Jahren war die Lage für den Ameisenbeutler dramatisch: Nur noch etwa 300 Tiere dieser gestreiften, termitenfressenden Beuteltierart lebten in freier Wildbahn in Westaustralien. Eingeschleppte Räuber wie Rotfüchse und verwilderte Hauskatzen – Arten, die es in Australien ursprünglich gar nicht gab – dezimierten die Bestände zusätzlich zum Verlust ihres Lebensraums und veränderten Feuermustern in der Landschaft. Die Aussterbe-Gefahr war real.

Vier Jahrzehnte später verkündet die Weltnaturschutzunion IUCN eine seltene gute Nachricht: Der Ameisenbeutler, das Wappentier des Bundesstaats Westaustralien, wurde auf der Roten Liste von der Kategorie 'stark gefährdet' in die weniger bedrohliche Stufe 'gering gefährdet' herabgestuft. „Die Herabstufung des Ameisenbeutlers ist das, wofür wir in den vergangenen 40 Jahren gearbeitet haben", sagt Tony Friend, wissenschaftlicher Mitarbeiter der westaustralischen Behörde für Biodiversität und Mitglied der zuständigen IUCN-Fachgruppe. „Ich bin sehr erleichtert."

Der Wendepunkt kam, als Schutzteams gezielt gegen die eingeschleppten Raubtiere vorgingen. Durch systematisches Bejagen und den Einsatz von Ködern gegen Füchse und Katzen erholten sich die ursprünglichen westaustralischen Populationen rasch – eine von ihnen zählt inzwischen bis zu 2.000 Tiere. Parallel dazu bauten Naturschützer raubtiersichere, eingezäunte Schutzgebiete und siedelten sowohl wild gefangene als auch in Zoos gezüchtete Ameisenbeutler in neuen Regionen an. Heute existieren fünf zusätzliche Populationen über Südaustralien verteilt – drei in Westaustralien, eine in Südaustralien, eine in New South Wales –, die älteste davon seit mehr als 30 Jahren. Insgesamt schätzen Fachleute den Gesamtbestand inzwischen auf 2.000 bis 3.000 Tiere.

Dass die Population heute auf mehrere, geografisch getrennte Gruppen verteilt ist, ist dabei fast so wichtig wie die reine Zahl: Sollte eine Dürre, eine Krankheit oder ein plötzlicher Anstieg von Fressfeinden eine Region treffen, sind die anderen Populationen nicht automatisch mitgefährdet. Alle fünf neueren Populationen haben sich über jeweils mehr als ein Jahrzehnt gehalten – ein Beleg dafür, dass die Strategie trägt.

Ganz sicher ist der Erfolg allerdings nicht in Stein gemeißelt. „Dieser Erfolg wurde nur durch enorme, dauerhafte Anstrengungen bei der Bekämpfung eingeschleppter Raubtiere erreicht", warnt Friend. „Diese Arbeit muss weitergehen, sonst fällt die Population schnell wieder auf niedrige Werte zurück oder stirbt aus." Die Schutzteams arbeiten deshalb bereits daran, die Zahlen und das Verbreitungsgebiet der Art weiter zu vergrößern – ein Beispiel dafür, dass jahrzehntelange, unspektakuläre Naturschutzarbeit tatsächlich Arten vor dem Aussterben bewahren kann.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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