Affenbrücken aus Feuerwehrschläuchen retten seltene Languren
In Malaysia reduzieren künstliche Baumkronenbrücken die Todesfälle von Dunklen Languren auf Null

Als Yap Jo Leen 2016 für ihre Masterarbeit die Dunklen Languren in den Wäldern Penangs beobachtete, erlebte sie einen erschütternden Moment: Eine von ihnen, von den Forschern liebevoll „Towkay Soh“ genannt – Hokkien für „Chefin“ –, wurde beim Überqueren einer vielbefahrenen Küstenstraße von einem Auto erfasst. Benommen rettete sich das Tier in einen Baum, während Yap und ihre Kollegen den Verkehr blockierten. In den folgenden Tagen zeigte die Gruppe eine bemerkenswerte Empathie: „Die Weibchen näherten sich ihr, putzten sie und versuchten, sie aufzumuntern“, erinnert sich Yap. „Ich glaube fest daran, dass Primaten – Menschen wie Affen – eine Gemeinsamkeit teilen: die Verbindung zueinander.“
Doch nicht alle Languren hatten so viel Glück. Zwischen 2016 und 2018 dokumentierte Yap acht Todesfälle durch Fahrzeuge auf derselben Straße. Die Tiere, die an den weißen „Augenmasken“ in ihrem schwarzen Fell zu erkennen sind, stehen in Malaysia auf der Liste der gefährdeten Arten. Ihr Lebensraum wird zunehmend von Straßen und Siedlungen durchschnitten. Die Lösung, die Yap und ihr Team 2019 umsetzten, ist ebenso einfach wie genial: Sie spannten eine künstliche Brücke aus alten Feuerwehrschläuchen über die Fahrbahn – eine sogenannte Canopy Bridge.
Seit dem Bau dieser Brücke hat die Gruppe keinen einzigen Verkehrstoten mehr unter den Languren registriert. Das Projekt, das unter dem Namen „Langur Project Penang“ läuft, zeigt, wie lokale, kostengünstige Maßnahmen einen messbaren Unterschied machen können. Die Brücken imitieren die natürlichen Baumkronen, die die Tiere normalerweise für ihre Wanderungen nutzen. Entscheidend ist dabei die Einbindung der Anwohner: „Citizen Scientists“ – engagierte Bürger – helfen bei der Überwachung und Pflege der Strukturen.
Der Erfolg in Penang ist ein Beispiel dafür, dass technische Lösungen nicht immer teuer oder komplex sein müssen. Alte Feuerwehrschläuche, die sonst im Müll landen würden, werden hier zum Lebensretter. Die Methode lässt sich potenziell auf andere Regionen übertragen, in denen Straßen Wildtierkorridore zerschneiden. Für die Dunklen Languren bedeutet die Brücke nicht nur weniger Todesfälle, sondern auch eine bessere Vernetzung ihrer Populationen – ein entscheidender Faktor für das langfristige Überleben der Art.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor, alte Feuerwehrschläuche werden zur Lebensader für seltene Affen – genial, oder?"
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