Afrika: Lebenserwartung seit 2000 um 10 Jahre gestiegen
Trotz Kriegen und Krisen gewann der Kontinent durch bessere Gesundheitsversorgung zehn Lebensjahre hinzu.

Die Lebenserwartung ist ein harter Indikator für menschlichen Fortschritt – sie misst, wie lange Menschen im Durchschnitt leben. Ein neuer WHO-Bericht zeigt, dass Afrika in den Jahren 2000 bis 2019 trotz zahlreicher Krisen einen enormen Sprung gemacht hat: Die durchschnittliche Lebenserwartung stieg um zehn Jahre auf 64 Jahre, die gesunde Lebenserwartung um neun Jahre auf 55 Jahre. Das bedeutet, dass ein durchschnittlicher Afrikaner heute nicht nur länger lebt, sondern auch länger gesund bleibt.
Der größte Treiber dieser Entwicklung ist die sinkende Kindersterblichkeit. Jeder Todesfall eines Kleinkindes drückt die durchschnittliche Lebenserwartung stark nach unten. Verbesserungen in der Schwangerschafts- und Geburtsmedizin haben hier einen großen Unterschied gemacht. Aber auch die Bekämpfung von HIV, Tuberkulose und Malaria spielt eine entscheidende Rolle – insbesondere der breitere Zugang zu antiretroviralen Medikamenten gegen AIDS hat viele Leben gerettet.
Diese Fortschritte sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, was in derselben Zeit alles schiefgelaufen ist: Kriege im Sudan, Somalia, Kongo, Libyen und Angola, Hungersnöte wie die in Ostafrika 2011, der wirtschaftliche Zusammenbruch in Simbabwe 2009, Ebola-Epidemien und militante Aufstände in der Sahelzone. Trotz alledem hat sich die Gesundheit der Menschen auf dem Kontinent massiv verbessert.
Die Folgen sind weitreichend: Mehr Kinder überleben nicht nur, sie wachsen auch häufiger mit beiden Elternteilen auf. Erwachsene bleiben länger produktiv, und Großeltern erleben ihre Enkel – das stärkt Familien und Gemeinschaften. Einige Länder wie Algerien und Tunesien haben heute sogar Lebenserwartungen, die mit US-Bundesstaaten vergleichbar sind. Der Bericht zeigt: Fortschritt ist möglich, selbst unter schwierigsten Bedingungen.
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„Stell dir vor: Trotz Kriegen und Krisen leben Menschen in Afrika heute zehn Jahre länger als vor 20 Jahren. Wie geht das?"
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