Amazonas-Geisterhund zeigt Wert intakter Wälder
Langzeitstudie belegt: Kurzohrhund braucht große, unzerschnittene Regenwaldgebiete

Der Kurzohrhund ist ein rätselhaftes Tier. Mit seinem fuchsähnlichen Gesicht, den kleinen runden Ohren und dem langen buschigen Schwanz, der oft über den Waldboden schleift, wirkt er wie eine Mischung aus Fuchs und Wolf. In Bolivien nennen ihn die Menschen perro fantasma – Geisterhund. Der Name passt, denn selbst erfahrene Biologen bekommen ihn so gut wie nie zu Gesicht. Eine Langzeitstudie hat nun Licht in das Leben dieser scheuen Kreatur gebracht. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg haben Forscher Kamerafallen in den Tieflandregenwäldern Boliviens aufgestellt, in den Vorgebirgswäldern nahe der Anden und in großen Schutzgebieten sowie indigenen Territorien. Die Auswertung zeigt: Der Kurzohrhund ist in mehr Regionen heimisch als bisher angenommen. Das klingt nach einer guten Nachricht, aber die Art bleibt selten und schwer fassbar. Entscheidend ist ein anderer Befund: Der Geisterhund ist untrennbar mit gut erhaltenen, großen Waldflächen verbunden. Kleine, zerschnittene Waldstücke reichen ihm nicht. Seine Anwesenheit ist ein Indikator dafür, dass ein Wald noch als intaktes Ökosystem funktioniert – besonders dort, wo Schutzgebiete und indigene Territorien großflächig zusammenhängen. Die Studie zeigt auch, warum langfristige Forschung so wichtig ist. Seltene Arten entgehen leicht kurzen Untersuchungen. Eine Kamerafalle kann monatelang auslösen, ohne einen einzigen Geisterhund zu zeigen. Erst über Jahre und in verschiedenen Landschaftstypen entstehen verlässliche Muster. Für Naturschutzorganisationen, Landverwalter und Geldgeber ist das ein klares Signal: Der Schutz des Kurzohrhundes bedeutet den Schutz großer, unzerschnittener Wälder. Und das wiederum nützt unzähligen anderen Arten – und letztlich auch dem Klima.
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