Astronaut filmt spektakuläre Südlichter aus dem All
NASA-Astronautin Jessica Meir zeigt Zeitraffer der Aurora Australis von der SpaceX-Kapsel aus.

Ein atemberaubendes Video der Südlichter, aufgenommen von der NASA-Astronautin Jessica Meir, zeigt die Aurora Australis in ihrer ganzen Pracht. Meir befand sich in der SpaceX Dragon-Kapsel, die an der Internationalen Raumstation ISS angedockt war, als ein Sonnensturm die Erdatmosphäre traf. Die geladenen Teilchen der Sonne strömten entlang des Magnetfelds zu den Polen und regten dort Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle zum Leuchten an. Das Ergebnis war ein farbenprächtiges Schauspiel aus grünen, roten und violetten Lichtbändern, die sich über den Südpol schlängelten.
„Anders als die vorherigen Polarlichter, die ich gesehen habe, tanzte und schlängelte sich dieses direkt unter uns und bot eine großartige Show“, schrieb Meir auf der Plattform X. Sie war im Februar 2026 zur ISS gestartet, um acht Monate lang Experimente zur Humanbiologie und Medizin durchzuführen. Unter anderem erforscht sie die Wirkung von Lungenentzündungserregern und die Herstellung von Infusionslösungen im Weltall. Am 5. Juni hatten sie und ihr Kollege Chris Williams auf Anordnung der NASA in der Kapsel Schutz gesucht, während russische Kosmonauten ein Luftleck auf ihrer Seite der Station reparierten.
Das Video, das Meir am 7. Juni veröffentlichte, ist ein Zeitraffer, der die Dynamik der Aurora eindrucksvoll einfängt. Die Farben verraten, in welcher Höhe die Wechselwirkungen stattfinden: Grün entsteht durch Sauerstoff in 100 bis 300 Kilometern Höhe, Rot durch Sauerstoff in noch größeren Höhen. Solche Aufnahmen sind nicht nur ästhetisch beeindruckend, sondern auch wissenschaftlich wertvoll. Sie helfen, die Wechselwirkungen zwischen Sonnenwind und Erdmagnetfeld besser zu verstehen.
Die Südlichter sind das Gegenstück zu den Nordlichtern und entstehen durch denselben Mechanismus. Besonders starke Ausbrüche, wie sie durch koronale Massenauswürfe der Sonne verursacht werden, führen zu besonders intensiven und weitreichenden Polarlichtern. Meirs Aufnahme ist ein seltenes Dokument dieser Naturgewalt aus der Perspektive des Weltalls. Sie erinnert daran, wie schützend das Magnetfeld der Erde wirkt – ohne es wäre das Leben auf unserem Planeten der gefährlichen Sonnenstrahlung schutzlos ausgeliefert.
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