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Australiens erstes Meeresschutzgebiet der Aborigines

Karajarri weihen ‚Sea Country‘-IPA ein – 237.000 Hektar Küste und Meer geschützt

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Karajarri weihen ‚Sea Country‘-IPA ein – 237.000 Hektar Küste und Meer geschützt

Hintergrund

Die Karajarri leben seit Jahrtausenden in der Kimberley-Region im Nordwesten Australiens – einer der artenreichsten und zugleich abgelegensten Landschaften des Kontinents. Ihre traditionellen Gebiete umfassen Wüsten, Savannen und eine unberührte Küste am Indischen Ozean. Seit über 30 Jahren kämpfen sie um die rechtliche Anerkennung ihrer Landansprüche. 2004 gelang ihnen der Durchbruch: Sie erhielten den Titel für ihr Land und gründeten das Indigenous Protected Area (IPA) Karajarri Pirra Ngurra, das heute eine Fläche von der Größe Ruandas umfasst. Ergänzt wird dies durch ein Ranger-Programm, das traditionelles ökologisches Wissen mit modernem Naturschutz verbindet.

Was ist passiert

Im März 2026 weihten die Karajarri das erste ‚Sea Country‘-IPA Australiens ein: Karajarri Jurarr Ngurra. Es schützt 237.489 Hektar marine und küstennahe Ökosysteme, darunter einen Abschnitt des Malumpurr (Eighty Mile Beach), einem wichtigen Nistplatz für die seltene Flachrücken-Schildkröte (Natator depressus). Die australische Ministerin für indigene Angelegenheiten, Malarndirri McCarthy, betonte in einer Regierungsmitteilung vom 20. März, das IPA stärke die langjährigen Bemühungen der Karajarri, die Biodiversität der Region zu bewahren und das Land gesund zu halten.

Warum das wichtig ist

Dies ist kein lokales Einzelprojekt: Das ‚Sea Country‘-IPA setzt einen nationalen Präzedenzfall. Erstmals werden indigene Meeresschutzgebiete rechtlich und institutionell anerkannt – ein Modell, das andere Gemeinschaften in Australien und weltweit inspirieren könnte. Die Verbindung von traditionellem Wissen und staatlichem Schutz schafft eine neue Kategorie von Meeresschutz, die über westliche Konzepte hinausgeht. Für die Karajarri bedeutet es die Rückgewinnung von Souveränität über ihre angestammten Gewässer und die Sicherung ihrer kulturellen Praktiken für kommende Generationen.

Ausblick

Das IPA wird von den Karajarri-Rangern betreut, die bereits Erfahrung mit Landmanagement haben. Die Ausweitung auf den marinen Bereich erfordert neue Techniken – etwa zur Überwachung von Schildkrötenpopulationen und zur Bekämpfung invasiver Arten. Langfristig könnte das Modell auf andere indigene Gruppen übertragen werden, die ähnliche Rechte für ihre Küstengebiete fordern. Die australische Regierung hat signalisiert, weitere ‚Sea Country‘-IPAs zu unterstützen. Für die Biodiversität der Kimberley-Region – einem Hotspot bedrohter Arten – ist dies ein entscheidender Schritt.

Belegt durch

Primärquelle
Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
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